Heft 02/2007
double 10
Broschur mit 40 Seiten
Format: 210 x 280 mm
ISSN 0040-5418
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Das Festival im Kopf
»Hätte ich nur 10.000 Taler, so würde ich folgendes veranstalten: In Zürich würde ich auf einer schönen wiese bei der stadt von Bret und / balken ein rohes Theater nach meinem plane herstellen und lediglich blos mit der ausstattung an decorationen und maschinerie versehen lassen, die zu einer Aufführung des Siegfried nötig ist. Dann würde ich mir die geeignetsten Sänger, die irgend vorhanden wären, auswählen und auf 6 wochen nach Zürich einladen (...). Von Neujahr gingen die Ausschreibungen und Einladungen an alle freunde des musikalischen Drama's durch alle Zeitungen Deutschland's mit der Aufforderung zum Besuche des beabsichtigten dramatischen Musikfestes: Wer sich anmeldet, bekommt gesichertes entrée, - natürlich wie alle entrée: gratis! Des weiteren lade ich die hiesige jugend, Universität, Gesangsvereine u.s.w. zur Anhörung ein. Ist alles in gehöriger Ordnung, so lasse ich dann unter diesen umständen drei Aufführungen des Siegfried in einer woche stattfinden: nach der dritten wird das theater eingerissen und meine partitur verbrannt. Den leuten, denen die sache gefallen hat, sage ich: »nun macht's auch so!« Wollen sie auch von mir einmal wieder etwas Neues hören, so sage ich aber: »schießt ihr das Geld zusammen!« Richard Wagner, 1850 Festivals stellen in der Welt des Theaters den Sonderfall dar, wie er etwa durch die Anwesenheit einer Biene in der Unterhose repräsentiert wird: Das Tier ist an diesem Ort äußerst fragwürdig, beschleunigt aber Gang und Herzschlag. Die Biene, der Käfer, die Spinne, ein ganzes, gut geerdetes Bestiarium als Geburtshelfer für den Gedanken »Festival im Kopf«? Das kennen wir doch schon aus anderen Zusammenhängen: Eros und Thanatos, Apollon und Dionysos im gemeinsamen Fest. Oder, um es mit Karl Valentin einfach-vertrackt auszudrücken: »Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.« [weiter]
« Inhalt
| Inhaltsinfo | Seite |
|---|---|
| Thema | |
| Festival der Nomaden Transeuropa 2006 widersetzt sich dem Staatsapparat von Wolf-Dieter Ernst | Seite 4 |
| (Ein-)Blick ins Schaufenster Mascha Erbelding im Gespräch mit Lucile Bodson von Mascha Erbelding, Lucile Bodson | Seite 9 |
| Zwischen Publikumsanspruch und Welt-Verbessern Meike Wagner im Gespräch mit Bodo Birk über Realität und Utopie des Festival-Machens in Erlangen von Meike Wagner, Bodo Birk | Seite 13 |
| Ein Fest für das Imaginäre Gedanken von Yves Baudin und Corinne Grandjean über Idee und Konzept der Semaines internationales de la Marionnette en Pays Neuchâtelois von Yves Baudin, Corinne Grandjean | Seite 17 |
| Festival | |
| Die Puppe als Zeitgenosse Streifzüge durch das 14. Festival Mondial des Théâtres de Marionnettes in Charleville-Mézières von Katja Spiess | Seite 21 |
| Stadt-Theater in Baden Eindrücke vom Figura Theaterfestival 2006 von Anke Meyer | Seite 23 |
| Geschichte und Gegenwart | Seite 26 |
| Sich erinnern und sich erinnern lassen Von der Darstellbarkeit des Holocaust von Chris Wahl | |
| Ausbildung | Seite 30 |
| Versuchung der Vielfalt Bemerkungen zum internationalen Forum jungen Figurentheaters in Berlin von Suvi Auvinen | |
| Inszenierungen | |
| Modern Times »Spleen. Charles Baudelaire: Gedichte in Prosa« vom Figurentheater Wilde & Vogel von Tobias Prüwer | Seite 34 |
| Das Enthüllen des Verborgenen? »salto lamento« vom figuren theater tübingen von Helmut Landwehr | Seite 35 |
| Von den Mysterien einer Schiffskombüse »Chimära« von der Seebühne Hiddensee von Holger Teschke | Seite 36 |
| Notizen | Seite 37 |
| Impressum | Seite 40 |

