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Titelcover

Heft 11/2008
Der Kulturkämpfer

Broschur mit 80 Seiten
Format: 215 x 285 mm

ISSN 0040-5418

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TdZ-Audiomagazin

  1. Auf- statt Abbruch
  2. Denn nix ist mehr als gar nix
  3. Die letzte 68er-Theatergeschichte

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Audio-Magazin zu Heft 11/2008

Denn nix ist mehr als gar nix

Dem Theaterautor, Schriftsteller, Filmregisseur und Maler Herbert Achternbusch zum 70. Geburtstag


Download der Datei "01_Denn_nix.mp3"

Auf- statt Abbruch

Wie der neue Oberhausener Intendant Peter Carp sich mit Humor, Mut und Spielwut gegen die finanzielle Misere stemmt

Wer Patrick Wengenroth bittet, zum Saisonauftakt eine Spielplanrevue vorzulegen, der hat Humor. Und Risikofreude. Denn der „Planet Porno“-Mann steht sicher nicht für gediegen-gedämpfte Kulinarik im Abospeiseplan; und so ist sein wortspielerisches „Pott-pourri“ (wir sind ja im Ruhrgebiet) auch mehr ein selbstironisches Geschnetzel der Stücke der Saison, geschmackssicher versalzen dort, wo Passagen von Molière den Weg für Brechts „Mutter“ ebnen und Eichendorff auf Brunner & Brunner trifft. Der neue Intendant Peter Carp zeigt Tugenden, die in der Stadt zurzeit so gar nicht vorherrschen: Den Oberhausenern ist nämlich überhaupt nicht zum Lachen zumute, und statt experimenteller Wagnisse stehen die Zeichen auf grundversorgerisches Gesundschrumpfen.

Die letzte 68er-Theatergeschichte

Ende der 68er probierten wir am Theater in Istanbul Peter Weiss’ Stück „Die Verfolgung und Ermordung des Jean Paul Marat“, in dem ich die Rolle der Charlotte Corday spielte. Damals gab es auf den Straßen der Stadt blutige Auseinandersetzungen zwischen Linken, Grauen Wölfen und religiösen Studenten. Die faschistischen Grauen Wölfe liefen durch die Straßen und schrien: „Die Türkei wird ein Friedhof für Kommunisten.“ Der damalige Bürgermeister von Istanbul hatte Miniröcke verboten, und die religiösen Fanatiker sagten: „Die Milch der Kuh ist besser als die Milch einer ungläubigen Frau. Wenn man eine Mutter sucht, muss man eine gläubige Frau suchen. Es lebe unser Ziel, unser Ziel ist der Islam.“ Die linken Studenten schrien: „Wir sind die Atatürk-Jugend. Nein zur Nato. Nein zum Vietnamkrieg. Ho-Ho-Ho Chi Minh.“