« Anmelden

Titelcover

Heft 01/1948
Theaterwissenschaft - Wissenschaft vom Leben

Broschur mit 40 Seiten
Format: 210 x 290 mm

ISSN 0040-5418


KEIN PORTO innerhalb Deutschlands

VERFÜGBARKEIT: Dieser Artikel ist vergriffen

« eMAGAZIN (PDF)

eMagazin

in den Warenkorb € 6,00

Verfügbarkeit: Die elektronische Ausgabe steht nach dem Kauf sofort als Download zur Verfügung

Theaterwissenschaft - Wissenschaft vom Leben

Im Juniheft 1947 dieser Zeitschrift entwickelte Lutz Besch, Erfurt, unter dem Titel "Die Wissenschaft vom Theater" einige Gedanken, wie ein theaterwissenschaftliches Institut sinnvoll aufzubauen wäre; und im Dezemberheft 1947 nahm der Theaterwissenschaftler Professor Dr. Carl Niessen, Köln, Stellung zu einer Entschließung der Theaterspielgruppen vieler Universitäten, und er gab seinen Ausführungen die Überschrift: "Warnung vor zuviel Theaterwissenschaft".

Das Thema ist, wie uns scheint, von nicht zu unterschätzender Bedeutung für die Weiterentwicklung unserer heutigen Theaterkunst. Wir stehen auch wohl außer Verdacht, dem "lateinischen Regisseur" oder dem "Oberlehrer-Dramaturgen" das Wort reden zu wollen; dafür sind wir viel zu eng mit der Praxis des Theaters verbunden. Deshalb wird man vielleicht überrascht sein, uns aber hoffentlich nicht mißverstehen, wenn wir laut und vernehmlich erklären: Es gibt zuwenig Theaterwissenschaft!

Wissenschaft kommt von Wissen.

Und an Wissen fehlt es heute allerorten mehr denn je auf allen Gebieten des Theaters. Dilettantismus macht sich breit! Dilettantismus ist nicht nur der Gegensatz von Kunst, er ist ebenso der Gegensatz von Wissenschaft, von Wissen und Können. Man sollte es öfter wiederholen, damit recht viele es begreifen: Der Dilettant unterscheidet sich vom Künstler wie vom Wissenschaftler nicht durch geringeres Talent oder gar Talentlosigkeil; im Gegenteil, er kann beiden an Talent weit überlegen sein und ist es manchmal - er unterscheidet sich durch die mangelhafte Beherrschung des Fachlichen, des Erlernbaren; eben des Wissens und Könnens. "Der Dilettant, das ist ein Mann, der etwas macht, was er nicht kann", so definiert ihn ein bekannter Vers. [...].

Aus Fritz Erpenbeck: Theaterwissenschaft - Wissenschaft vom Leben, S. 1

Dieses Heft empfehlen