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Titelcover

Heft 05/1953
Das neue rumänische Theater

Broschur mit 64 Seiten
Format: 170 x 240 mm

ISSN 0040-5418


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Das neue rumänische Theater

Ich will damit beginnen, eine Begebenheit zu erzählen, die sich in den letzten Oktobertagen des vergangenen Jahres zugetragen hat. Ich hatte gerade die Rolle des Parteisekretärs Grigorie in dem neuen Schauspiel "Menschen von heute" von Lucia Demetrius gespielt und kann mich nicht mehr entsinnen, welche dringenden Angelegenheiten mich damals so schnell nach Hause trieben, daß ich zusammen mit den Theaterbesuchern in die gleiche Straßenbahn geriet. Unterwegs unterhielten sich Gruppen von Zuschauern über das Spiel der Schauspieler und über das Stück selbst, das auf der Bühne des Städtischen Theaters in Bukarest aufgeführt wurde. Da pflanzte sich plötzlich ein junger Soldat vor mir auf und fragte mich: "Sind Sie's, der den Genossen Grigorie gespielt hat?" Seine Blicke waren erwartungsvoll auf mich gerichtet.

"Ja, ich bin es", entgegnete ich.

"Aber genau denselben gibt es doch bei uns im Dorf! Sie sind dem Genossen Ciutura einfach wie aus dem Gesicht geschnitten, und ich möchte Ihnen nur sagen, daß Sie auf der Bühne unserem Ciutura verblüffend ähnlich sehen."

"Sie sind ihm wie aus dem Gesicht geschnitten" -: selten habe ich eine stärkere Erregung und eine vollkommenere Befriedigung empfunden, als beim Hören dieser einfachen Worte des jungen Zuschauers. An diese Begegnung wurde ich unwillkürlich erinnert, als ich viele Werke unserer neuen Dramatik anläßlich der Hundertjahrfeier des Nationaltheaters in Bukarest unlängst wiedersah. Aus den Worten des jungen Solldaten konnte man die tiefe Bedeutung des neuen Charakters unserer zeitgenössischen Dramatik herauslesen. Man wurde sich der Tatsache bewußt, daß diese Dramatik aus dem brodelnden Leben des sozialistischen Aufbaus in unserem Vaterlande entspringt und die typischen Vorgänge dieser Wirklichkeit widerspiegelt.

Eines der charakteristischen Merkmale der zeitgenössischen rumänischen Dramatik ist die Vielfalt der Themen und die Mannigfaltigkeit der wesentlichen Züge des Lebens, das die neue Dramatik offenbart. [...].

Aus Juliu Cazaban: Das neue rumänische Theater, S. 31

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