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Titelcover

Heft 10/1953
Der neue Kurs und die gesamtdeutschen Aufgaben unserer Theater

Broschur mit 64 Seiten
Format: 170 x 240 mm

ISSN 0040-5418


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Der neue Kurs und die gesamtdeutschen Aufgaben unserer Theater

Der Beginn der Spielzeit unserer Theater steht im Zeichen der Proklamation eines neuen Kurses unserer Regierung. Dieses Einschlagen eines neuen Weges auf Grund ehrlicher Erkenntnis und ehrlichen Wollens muß gewertet werden als der sichtbarste Ausdruck der Bemühung um Wahrheit und Volksverbundenheit, um einen menschlichen und gesellschaftlichen Fortschritt im besten Sinne des Wortes. Eine gewaltige optimistische Bewegung wurde entfacht, sie greift in das Leben jedes einzelnen, sie geht alle an, so auch die verschiedenen Zweige der Kunst, so auch das Theater.

Ist in unserer Republik die Verkündung und die Verwirklichung dieses neuen Kurses in aller Munde, so zeigt sich im Westen unseres Vaterlandes das Gegenteil: Der Ausgang der Wahlen fuhrte zur Beibehaltung und Festigung eines alten Kurses, der Herrschaft der Unwahrheit, der Volksfeindlichkeit und der politischen Reaktion. Was uns bei unseren Menschen auf Schritt und Tritt als eine junge, eine erfrischende Bewegung gegenübertritt, das ist im Westen Erstarrung und Resignation, eine Verblendung und Einschüchterung des Volkes zugunsten der Adenauerschen Kriegs- und Revanchepolitik, entgegen allen ehrlichen Bemühungen um die Wiedervereinigung unseres Vaterlandes.

Ein solcher Vergleich drängt sich auf, wenn man versucht, die Auswirkungen des neuen Kurses in dem vor allem uns Künstler angehenden Bereich unseres Lebens zu untersuchen: auf dem Gebiet des Theaters. Der Vergleich fordert unsere Parteinahme ganz besonders heraus, wenn wir die Theatersituation Westdeutschlands überblicken und analysieren. Versuchen wir, die sich aus dem neuen Kurs ergebenden Folgerungen und Verpflichtungen anzuwenden auf die gesamtdeutschen Aufgaben unserer Kultur, auf die besondere Rolle, die hierbei dem Theater und den Bühnenschaffenden zufällt.

Unsere Künstler haben den neuen Kurs freudig begrüßt und diskutiert, sie sind dabei, ihn zu verwirklichen, frische Kräfte werden erweckt und fruchtbringend eingesetzt. Das westdeutsche Theater jedoch sieht sich vor der Zwangslage, entsprechend der Kulturfeindlichkeit und des beibehaltenen alten Kurses seiner Regierung seine Entwicklung in den alten Gleisen fortzusetzen und zu vertiefen. Dieser Weg aber muß notwendig zu einer unheilvollen Stagnation und Entseelung des gesamten Kulturlebens, zur Unwahrheit der Kunst, zur noch stärkeren Bevormundung von Bühne und Dramatik, zur vertieften Spaltung des deutschen kulturellen Lebens führen. Sich aus diesem gefährlichen Stadium zu retten, gibt es nur einen Weg: den der Verständigung mit dem Theater unserer Republik, das Kennenlernen unserer Arbeit und unserer Bemül\ungen, die Aktionseinheit der Künstler von Ost und West. [...].

Aus Max Burghardt: Der neue Kurs und die gesamtdeutschen Aufgaben unserer Theater, S. 3

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