- Anzeige -

« Anmelden

Titelcover

Heft 11/1959
Schiller - Der Meister der Bühne

Broschur mit 56 Seiten
Format: 170 x 240 mm

ISSN 0040-5418


KEIN PORTO innerhalb Deutschlands

VERFÜGBARKEIT: Dieser Artikel ist vergriffen

« eMAGAZIN (PDF)

eMagazin

in den Warenkorb € 6,00

Verfügbarkeit: Die elektronische Ausgabe steht nach dem Kauf sofort als Download zur Verfügung

Schiller - Der Meister der Bühne

"Schiller ist ein Meister der dramatischen Form". Das ist unbestritten. Das heißt, er ist Meister darin, das Bild des Lebens in der Form dramatischer Handlungen auf der Bühne einzufangen, die Probleme des Lebens in den Handlungen seiner Figuren auf der Bühne darzustellen. In der "Erklärung des Schiller-Komitees der Deutschen Demokratischen Republik 1959" heißt es (Seite 3): "Im Theater fand Schiller die beste Form, auf die Bildung der Nation einzuwirken."

Und an anderer Stelle (Seite 8): "Vor unseren Theatern steht die große Aufgabe, die seit dem Schillerjahr 1955 zwar in Angriff genommen, aber noch nicht gelöst worden ist: gegen Mißverständnisse und Fehlinterpretationen Schillers Gestalten als lebendighandelnde, tief denkende und heiß empfindende Menschen auf der Bühne unserem neuen Publikum, insbesondere unseren Arbeitern und Bauern zum echten Erlebnis werden zu lassen." (Sperrung von mir, K.)
Die Handlung ist der entscheidende Faktor des Dramas. Zur dramatischen Handlung gehört das Wort ebenso wie die Bewegung, die Geste, die Gebärde. Zur Handlung gehören die sich ständig verschiebenden und verändernden Spannungsverhältnisse der Menschen auf der Bühne. Zur Handlung gehört auch die Art und Weise des Sprechens. Zur Handlung gehört das große Pathos der Schillerschen Sprache. (So wie
zur Handlung in den Dramen Brechts sein gar nicht einfaches Pathos der Einfachheit, so wie in den Dramen Friedrich Wolfs sein revolutionäres Pathos der sozialistischen Romantik gehört.) Die Leidenschaftlichkeit, mit der sich die Figuren Schillers gegen die Verrotteten Begriffe der dekadenten Feudalherrschaft wenden, mit der sie sich zu ihren (bürgerlichen) Auffassungen von "Größe und Glück" bekennen, ja die Tatsache, daß sie sich - gegen die kalte, vorsichtig beherrschte Atmosphäre des feudalen Hoflebens - zur Leidenschaftlichkeit bekennen, das ist ein Teil der dramatischen Handlung. Diese Leidenschaftlichkeit provoziert den Gegner, zwingt ihn, wie den Zuschauer, Stellung zu nehmen im Kampf zwischen alten und neuen Vorstellungen von den Beziehungen der Menschen, in jenem Kampf, in dem es darum geht, ob der Zwang der unnatürlichen, überkommenen Verhältnisse, ob die "Mode" - oder ob die Menschheit auf dem Platz bleiben wird ("Kabale", II/3). [...].

Aus Armin-G. Kuckhoff: Schiller - Der Meister der Bühne. Zur dramatischen Handlungsführung, S. 2

Dieses Heft empfehlen