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Titelcover

Heft 07/1961
Mut zum volkstümlichen Theater

Broschur mit 80 Seiten
Format: 170 x 240 mm

ISSN 0040-5418


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Mut zum volkstümlichen Theater

Wir haben in den vergangenen Jahren alle dafür gekämpft, die Diskussion über die neue Qualität des sozialistischen Theaters eng mit dem Prinzip der Parteilichkeit zu verknüpfen. Das war vollkommen richtig und bleibt es auch weiterhin. Es wurde jedoch oft zu unrecht übersehen, daß ein Kriterium für die Parteilichkeit des Künstlers die Volkstümlichkeit ist. Parteilichkeit und Volkstümlichkeit bilden eine sich ergänzende, untrennbare Einheit. Oft sitzt ein Theatersaal voller Leute, die den Eindruck gewinnen müssen, daß man sie unterschätzt. Aber man läßt sich nicht gern Dinge unterschieben, die einem nicht zukommen.

Nicht immer herrscht bei Autor, Regisseur und Schauspielern die richtige Einstellung zum Publikum vor. Sind diejenigen, die im Saale sitzen, Verbündete oder einfach Erziehungsobjekte? Wir haben in der Entwicklung der sozialistischen Gemeinschaftsarbeit die schöne Wechselbeziehung zwischen den Theaterschaffenden und dem Publikum. Beide lernen voneinander, Künstler und sozialistische Brigaden. Es ist an der Zeit, dieses neue Verhältnis vor allem durch die Kunst mit den ihr eigenen Mitteln zu festigen.

Sicher können wir uns schnell darüber einigen, daß es seit der Entstehung der Kunst immer zwei wichtige Funktionen gegeben hat, die sie ausübte: die Funktion der Belehrung und die Funktion der Unterhaltung. Wenn es aber so ist, müssen wir uns danach richten und darauf achten, daß unser neues sozialistisches Theater diese beiden Funktionen auf neuer Stufe gut ausfüllt. Die Klassiker sind darin unsere Meister, unter anderem werden sie deshalb heute noch gespielt. Später hat die Bourgeoisie beide Seiten gewaltsam getrennt, weil es für sie außerordentlich gefährlich ist, den Ideologen, den Künstler die Wahrheit des Lebens von der Bühne verkünden zu lassen und sich auf diese Weise ganz fest mit seinem Publikum zu verbinden. Wir wissen, daß es Theaferstücke, Schauspiele und Opern gegeben hat, die ein Fanal gewesen sind. [...].

Aus Hans Bentzien: Mut zum volkstümlichen Theater. Aus dem Diskussionsbeitrag auf dem Forum der sozialistischen deutschen Dramatik in Leipzig, S. 2

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