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Titelcover

Heft 08/1961
Zwischen zwei Spielzeiten
Erfolge, Aufgaben, Verpflichtungen

Broschur mit 80 Seiten
Format: 170 x 240 mm

ISSN 0040-5418


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Zwischen zwei Spielzeiten

Erfolge, Aufgaben, Verpflichtungen

Wieder ist eine Spielzeit zu Ende. Die Theaterferien sind angetreten, da diese Zeilen geschrieben werden. Wohlverdient sind sie für die meisten Leute vom Bau. Verdient in unermüdlichem Einsatz im Stammhaus und bei kräftezehrenden Abstechern in Ortschaften, Dörfern, Kulturhäusern. Verdient in hastvollem Jagen zwischen Bühne und den Studios von DEFA, Fernsehen, Funk und Synchron. Denn sehr spürbar wird heute das Wirken der Kulturrevolution: täglich wachsen die Forderungen der Werktätigen an die Künstler, quantitative und qualitative. Und das ist gut so. Darüber gibt es keine Klagen. Aber nun: Spielzeitpause. Ein Anlaß zu kurzem Rückblick vor neuem Beginnen. Was haben wir erreicht?

I
Im Ganzen: eine erfolgreiche Spielzeit. Wir sind viele Schritte auf dem Wege vorwärtsgekommen, den wir auf der Schauspieltheater-Konferenz im Januar 1960 gemeinsam festgelegt hatten. Am erfreulichsten vielleicht, daß die Bilanz einige Uraufführungserfolge ausweist, die versprechen, wertbeständig für unsere Spielpläne auf länger zu bleiben. Wir denken zuerst an Strittmatters "Holländerbraut" und Baierls "Frau Flinz". Aber auch die Diskussion um neue Werke des Musiktheaters hat Aufschwung erhalten durch Wilhelm Neefs "Schweigendes Dorf", durch die Bemühungen Forests und durch den publikumswirksamen "Messeschlager Gisela" von Schulz/Natschinski. Die Uraufführung von vier abendfüllenden Ballettwerken schließlich stellt einen Rekord dar, der in seiner Art für sich spricht. Offenbar gibt es auch keine Atemnot. Viele neue Werke liegen fertig vor und harren der Aufführung: Hedda Zinners "Ravensbrücker Balladle", Dessaus "Puntila"-Oper, Stücke von Lucke, Hauser, Sakowski, Hartmut Lange und Rainer Kerndl.

Nicht alles wird für gültig befunden werden. Aber wir sind voller Hoffnungen, nachdem kurz vor Spielzeitende das lang erwartete, die Sache befördernde, sachkundige und öffentliche Gespräch über unsere neue Dramatik begonnen wurde. Begonnen in Leipzig auf dem "Forum sozialistischer deutscher Dramatik", in Berlin auf dem V. Deutschen Schriftsteller-Kongniß, in Dresden bei der "Woche des Tanzes". Ein Gespräch, das von allen mit Stolz verzeichneten echten Erfolgen ausgeht, das aber auch mit anspruchsvoller, schöpferischer Unzufriedenheit ausweist, welche Wünsche bisher unerfüllt geblieben sind. [...].

Aus Hans-Rainer John: Zwischen zwei Spielzeiten. Erfolge, Aufgaben, Verpflichtungen, S. 2

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