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Titelcover

Heft 05/1966
Berichte vom Intendanten-Seminar

Broschur mit 40 Seiten
Format: 200 x 290 mm

ISSN 0040-5418


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Berichte vom Intendanten-Seminar

Wie bereits angekündigt, beginnen wir in diesem Heft mit der Berichterstattung über zwei wichtige Theaterberatungen - das Intendanten-Seminar und die Chefdramaturgen-Konferenz -, die am Jahresanfang nicht nur für die nächsten zwölf Monate, sondern für einen längeren Zeitraum die Aufgaben unserer Theaterarbeit in der zweiten Etappe der Durchsetzung des neuen ökonomischen Systems der Planung und Leitung berieten und auf eine Reihe wichtiger Diskussionsthemen orientierten, deren gründliche und parteiliche Behandlung für die klare Profilierung eines vielseitigen sozialistischen Theaters notwendig ist.

Auf den folgenden Seiten wollen wir zu zwei dieser Themen erste Überlegungen und Meinungen publizieren. Schaffensprobleme unserer Dramatiker und Fragen richtiger parteilicher Kooperationsbeziehungen zwischen Dramatiker und Theater bilden den ersten Komplex, der natürlich nicht nur durch weitere Erfahrungen und Vertiefungen, die - wie wir hoffen - Praktiker und Wissenschaftler liefern werden, ständig ergänzt werden muß, sondern zu dem in den nächsten Heften auch Auseinandersetzungen mit unserer Entwicklung prinzipiell hemmenden ideologisch-ästhetischen Auffassungen auf dem Gebiet der Dramaturgie kommen sollen. Das zweite Thema bilden Probleme der Bündnispolitik, zu dem ja auch die Einsicht in die Praktiken des Gegners und die Auseinandersetzung damit gehören. Bereits in Heft 3 hatten wir uns - von Inszenierungen unserer Thater ausgehend - zu solchen Fragen geäußert. Daraufhin erreichte uns auch ein Brief von Manfred Wekwerth, der sich auf den zusammenfassenden Vorspann bezieht, in dem wir die Häufung von Premieren westdeutscher und westeuropäischer Autoren in Berlin - wir hatten von "Werken dieser Provenienz" gesprochen - und den damit Hand in Hand gehenden Mangel an Stücken über die sozialistische Wirklichkeit monierten. Wekwerth schreibt: "Bisher mit Erfolg in der Tabakwertung ('Nur auserlesene Provenienzen') verwendet, bot es sich ja geradezu an, auch in der Literaturkritik von Provenienzen zu sprechen, nach denen die Literatur eingeteilt wird. Um ganz sicher zu gehen, schaute ich in Meyers Lexikon nach: Provenienz, lat., f., Herkunft, Ursprung. Da ist also die Provenienz 'Zoo', 'Geisel', 'Purpurstaub', 'Lerche', 'Andorra', 'Stellvertreter'. Man könnte sie die transrheinische Provenienz nennen (Hochhuth lebt ja in der Schweiz, also auch westlich des Rheins). Diese Einteilung hat den Vorteil - neben vielen anderen -, daß so komplizierte Einteilungen wie kommunistisch - bourgeois (zum Beispiel bei O'Casey - Anouilh) in Fortfall kommen ... Die Klarheit dieses Prinzips scheint mir aber verletzt, wenn man O'Casey zu der 'engagierten Literatur' rechnet 'unter dem Einfluß der vom Imperialismus heraufbeschworenen ... Entwürdigung des Menschen'. Dann gehörte Gorki, der seine Hauptwerke ja ebenfalls unter diesen Bedingungen schrieb, auch dazu, obwohl er doch zweifellos zur panslawistischen Provenienz gerechnet werden muß." Wir bedanken uns für diese Korrektur, da unsere Formulierung - unbeabsichtigt - zum Teil grundsätzliche weltanschauliche Unterschiede durch eine territoriale Einordnung einebnete. Gerade bei Bündnisfragen geht's aber, und das ist auch unsere Meinung, stets um konkrete Entscheidungen im Klassenkampf.

Beilage: Studien zur Theorie und Praxis des sozialistischen Theaters 1/1966, 12 Seiten

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