« Anmelden

Titelcover

Heft 20/1966
Vor der Gründung des Verbands der Theaterschaffenden

Broschur mit 40 Seiten
Format: 200 x 290 mm

ISSN 0040-5418


KEIN PORTO innerhalb Deutschlands

VERFÜGBARKEIT: Dieser Artikel ist vergriffen

« eMAGAZIN (PDF)

eMagazin

in den Warenkorb € 6,00

Verfügbarkeit: Die elektronische Ausgabe steht nach dem Kauf sofort als Download zur Verfügung

Vor der Gründung des Verbands der Theaterschaffenden

Mit der Veröffentlichung des Statuten-Entwurfs des zu gründenden Theaterverbands ("Theater der Zeit" 19/1966) ist die Diskussion über Ziele und Aufgaben unserer neuen Organisation - wie sie in den Theatern und in den Spalten unserer Zeitschrift geführt wird - ohne Zweifel in ein neues Stadium getreten. Viele offene Fragen über Struktur, Mitgliedschaft und andere organisatorische Details haben eine prinzipielle Beantwortung gefunden. Zugleich sind alle Theaterschaffenden aufgerufen, zum Statuten-Entwurf ihre Meinung zu sagen, ihn durch eigene schöpferische Gedanken zu vervollkommnen. So, wie es in unserer sozialistischen Demokratie üblich ist.
Das ist die eine Sache. Die andere ist die, daß durch die Veröffentlichungen des 13. Plenums unserer Partei und die Einberufung des VII. Parteitages zum April kommenden Jahres die breite Aussprache über die Verbandsgründung an Hand der Diskussionsgrundlage und der Materialien des Plenums eine neue Basis erhalten hat. Der Minister für Kultur, Klaus Gysi, hat in seinem Diskussionsbeitrag auf dem 13. Plenum nachdrücklich darauf hingewiesen, daß sich "im Prozeß des weiteren umfassenden Aufbaus des Sozialismus, der Meisterung der technischen Revolution, der sozialistischen Rationalisierung, also in übereinstimmung mit unserer sozialistischen Gesamtentwicklung" neue Forderungen an unsere Kultur und Kunst ergeben. Und er fuhr, unter Beachtung der Komplexität aller gesellschaftlichen, ökonomischen und ideologischen Erscheinungen, fort: "denn die Funktion der Kultur, der Kunst und literatur wächst nicht nur; sie verändert sich". Jeder Theaterschaffende, der sich gründlich mit den Materialien des Plenums auseinandergesetzt hat, wird sich angesichts jener hier dargelegten komplizierten Prozesse, die sich gegenwärtig im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben unserer Republik abspielen, verpflichtet fühlen, auch die Funktion der Bühne, der Dramatik neu zu überprüfen. Dabei wird und muß jeder - ohne das große Ganze aus dem Auge zu verlieren - von seinen eigenen Möglichkeiten ausgehen. Das Große und Ganze jedoch - um bei diesem Ausdruck zu bleiben - hat seinen Niederschlag in der Diskussionsgrundlage gefunden, die zur Zeit im Mittelpunkt der Gespräche an den Theatern steht. Sie bildet an jenen Theatern die Basis schöpferischer Auseinandersetzungen, an denen erkannt wurde, daß gerade das von Kollegen für Kollegen erarbeitete Dokument Antwort auf die zentrale Frage geben soll: Wie geht es weiter in unserer gesamten Theaterentwicklung? Häufig aber bewegen sich die Aussprachen noch um Randprobleme, um organisatorische Kleinigkeiten oder kreisen um Fehler und Mängel der Vergangenheit. Das ist schließlich nutzlos vertane Zeit. Denn: Die Hauptfrage ist die nach der Funktion der Theaterkunst in unserer Zeit, nach der Position, die die Theaterschaffenden in unserer sozialistischen Gesellschaft einnehmen. Diese Komplexe vor allem sollten es sein, die die Diskussionen um die Verbandsgründung bestimmen. Und dazu kommen weitere Probleme, die wir in der heutigen Situation als Schwerpunkte betrachten müssen - die Auseinandersetzungen um das sozialistische Menschenbild in unserer Theaterkunst, die neuen Beziehungen zwischen Theater und Publikum. Bemühen wir uns also in den Diskussionen, tiefer in die echte Problematik einzudringen - die grundlegenden, wissenschaftlich fundierten Materialien des 13. Plenums haben auch für unsere Aufgaben Beispielcharakter.

Dieses Heft empfehlen