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Titelcover

Heft 23/1968
Schillers produktive Orientierung

Broschur mit 44 Seiten
Format: 200 x 290 mm

ISSN 0040-5418


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Schillers produktive Orientierung

Wesentliche Beiträge des vorliegenden Hefts befassen sich mit aktuellen Auseinandersetzungen um die Interpretation klassischer Werke - "Räuber"-Inszenierungen in Halle und Gera, die Leipziger "Iphigenie-", "Nathan"-Inszenierungen in Bautzen, Plauen, Görlitz - oder um diesem Gebiet naheliegende Probleme, wie etwa die Rezeption der Hamburger Frühoper. Und nicht ohne Absicht zitieren wir auf der nächsten Seite einen Ausschnitt aus der Weimarer Rede unseres Kulturministers, da wir meinen, hier eine gültige Basis für die kommenden und ohne Zweifel längst fälligen Auseinandersetzungen um die Erschließung des Erbes zu haben.
Zahlreiche Klassiker-Inszenierungen unserer führenden Bühnen haben in den letzten Jahren im starken Maß bewirkt, durch ihre, ohne billige Aktualisierungsversuche erreichte hohe zeitgemäße Aussagekraft das Theater zum Anziehungspunkt der Werktätigen zu gestalten; sie haben darüber hinaus zur Weltgeltung unserer Kultur beigetragen. Und völlig zu Recht wurde dieser Seite unserer Theaterarbeit auf dem VII. Parteitag Anerkennung gezollt. Dieses in unserer Theatergeschichte noch nie dagewesene Niveau aber verpflichtet. Wir müssen das Erreichte absichern, die guten Ergebnisse überbieten und vor allem dafür sorgen, daß der humanistische Gehalt unserer klassischen Werke nicht durch modernistische oder subjektivistische Auslegungen verwässert wird. Solche Gefahren zeichnen sich - wir haben das in unserer Rezension im vorangegangenen Heft gesagt - auch in der "Faust"-Inszenierung des Deutschen Theaters ab. In dem theoretischen Organ der KPdSU, der Zeitschrift "Kommunist", erschien zum Spielzeitbeginn ein Artikel des sowjetischen Theaterwissenschaftlers Solodownikow, der sich mit der Einstellung sowjetischer Regisseure zu Werken der klassischen russischen Dramatik beschäftigte. Hier stellt der Verfasser die Frage: Was liegt uns an der Klassik so nahe? Was kann darin den Menschen von heute so anziehen? Worin besteht die moralische Pflicht des Regisseurs bei der Inszenierung solcher Werke? Und er antwortet mit einem Hinweis auf den humanistischen Charakter des sowjetischen Theaters: "Man müsse" - so meint er - "nach solchen sozialen und ethischen Problemen suchen, solche moralischen Werte behaupten, die vom Kommunismus akzeptiert und entwickelt werden. Nur in diesem Sinne dürfen wir uns als Nachfolger und Fortsetzer des Besten bezeichnen, was die Menschheit schuf und uns hinterließ. Eben darin liegt das Geheimnis des heutigen Herangehens an die Klassik". - Folgerichtig spielten auch auf dem 9. Plenum unserer Partei, in dessen Zentrum Bildungsprobleme des Menschen auf der Grundlage des entwickelten Systems des Sozialismus standen, Fragen der Klassikrezeption - sicher vor allem provoziert durch die mangelhafte "Faust"-Konzeption des Deutschen Theaters - eine bedeutende Rolle. Und es war Genosse Walter Ulbricht, der mit wenigen klar formulierten Sätzen unsere Aufgabe auf diesem Gebiet noch einmal präzisierte, als er im Hinblick auf die Manipulierung der Menschen durch die kapitalistischen Meinungsfabriken ausführte: "Um so notwendiger ist es, daß wir mit der Entwicklung unserer sozialistischen Nationalkultur die großen Traditionen des humanistischen Erbes sorgsam bewahren- und für die heutigen Menschen richtig interpretieren und erschließen. Das humanistische Erbe ist für uns weder museales Bildungsgut noch Tummelplatz subjektivistischer Auslegungen. Es ist vielmehr unabdingbarer Bestandteil des humanistischen Menschenbilds unserer sozialistischen Gesellschaft" (S. 3).

Beilage: Studien 2/1968 zur Theorie und Praxis des sozialistischen Theaters (Probleme der Brecht-Interpretation), 20 Seiten

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