EU fördert Konzept für Theater-Konzept

„Kreativwirtschaftszentrum Theater Karlshorst – Entwicklung eines wirtschaftlich tragfähigen Nutzungs- und Betreiberkonzepts für den Gebäudekomplex Treskowallee/Stolzenfelsstraße“, so lautet der Titel des Projektes zur Revitalisierung des denkmalgeschützten Theaters Karlshorst in Berlin-Lichtenberg, das, von der EU gefördert, jetzt auf den Weg gebracht wird.

Das Bezirksamt Lichtenberg und die HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH werden fast 250.000 € einsetzen, um ein tragfähiges Konzept zur Entwicklung des Standorts erstellen zu lassen und die ers­ten Jahre des Betriebs des Kreativwirtschaftszentrums zu begleiten.

Nachdem die HOWOGE als Eigentümerin des Ersten Theaterneubaus nach dem II. Weltkrieg in Deutschland nach Abzug der Sowjetischen Streitkräfte Anfang der neunziger Jahre die Immobilie übernahm, fand sich kein Betreiber, der in dem Haus einen wirtschaftlich tragfähigen und von der Bevölkerung akzeptierten Kulturbetrieb etablieren konnte. Seit mehreren Jahren steht der Theatersaal nun ganz leer. Die HOWOGE hat bisher 4 Mio. Euro in die Sanierung und Instandsetzung von Teilen des Gebäu­des investiert, im Jahr 2009 zog die bezirkliche Musikschule ein und nutzt seither ca. 40 nach neuestem Standard ausgestattete Unterrichtsräume. Auch eine Gast­stätte hat sich erfolgreich etabliert. Nur der denkmalgeschützte Theatersaal mit sei­nen 610 Plätzen führt ein Schattendasein.

Ziel des EU-geförderten Projektes ist es, das Haus und vor allem den Saal kreativen Zwecken zur Verfügung zu stellen. Kunst und Kultur und das sich im Zusammen­hang mit Kunst und Kultur entwickelnde Handwerk sollen, eigenwirtschaftlich orga­nisiert, die Nutzung bestimmen. Die HOWOGE wird in Bühne und Saal nach den Konzepten und Vorstellungen des zukünftigen Betreibers und im Rahmen ihrer Wirt­schaftlichkeit investieren. Der Betreiber soll in den beiden ersten Jahren des Betrie­bes begleitet werden.

Wirtschaftstadtrat Dr. Prüfer (Die Linke) freut sich: „Mit dem „Kreativwirtschaftszent­rum Theater Karlshorst“ sollen an einem weiteren Standort in Lichtenberg Arbeits­plätze auf einem Feld geschaffen werden, das mancher hier nicht vermutet. Es entstehen Produktions- und Präsentationsmöglichkeiten für die Kultur- und Kreativwirtschaft, genauso können andere Unternehmen der Szene angesiedelt werden.“

Der Stadtrat ist überzeugt: „Unternehmen der Creativ Industries nachhaltig zum Standortfaktor zu machen, setzt vor allem unternehmerische Konzepte voraus. Unternehmen der Kreativwirtschaft müssen sich dem Wettbewerb stellen, müssen Märkte kennen bzw. Märkte schaffen – und das unter der zusätzlichen Anforderung, eigene kulturell-künstlerische Ansprüche zu bedienen und nicht dem leichten unternehmerischen Erfolg zu opfern.

Auch hier ist Wirtschaftsförderung nötig!“

Die Geschäftsführung der HOWOGE begrüßt und unterstützt den neuen Aufschlag für die Entwicklung des Standortes: „Wir sind natürlich an einer Nutzung des Thea­ters interessiert und setzen darauf, dass ein Konzept zum Tragen kommt, das ber­linweit ausstrahlt, das Image von Lichtenberg als Kultur- und Kreativwirtschafts­standort weiter ausprägt, das kulturelle Leben bereichert und Besucher in den Lich­tenberger Stadtteil bringt. Davon werden die Anwohner und damit auch die Mieter der HOWOGE und vor allem die Gewerbetreibenden am Standort Karlshorst profi­tieren. Wir fühlen uns als kommunales Wohnungsunternehmen der Entwicklung des Standortes auf besondere Weise verpflichtet.“

Zur Unterstützung der Konzeptionsphase und Betreibersuche wird ein Beirat beru­fen, in dem sowohl Kunst- und Theaterschaffende, Kulturmarketingfachleute und Wirtschaftsexperten ihren Sachverstand und ihre Erfahrungen einbringen werden.

Die Ausschreibung ist unter folgendem Link zu finden:
http://www.vergabeplattform.berlin.de/Bekanntmachungen.berlinbekanntmachungen.0.html?details=36254

Die Frist zur Abgabe der Teilnahmeanträge endet am 31.05.2011 12:00 Uh Besichtigungstermin: 23. Mai 2011, 10 bis 14 Uhr, Treffpunkt: Theatereingang des Theater Karlshorst.

Ein Beirat wird das Bezirksamt Lichtenberg bei der Auswahl von max. 6 Anbietern unterstützen. Diese werden dann im Juli für eine Präsentation ihrer Vorstellung, wie sie an solch eine Konzeptentwicklung herangehen eingeladen. Die Auftragsvergabe soll bis Ende Juli stattfinden.

Ansprechpartner für nähere Informationen sowie zum Verhandlungsverfahren:

Bezirksamt Lichtenberg von Berlin - Abteilung Wirtschaft und Immobilien –  Katrin Soult, Referentin des Bezirksstadtrates, Telefon: 030 90296-4002, E-MAIL: katrin.soult@lichtenberg.berlin.de;

Koordination der Initiative Kulturarbeit in Berlin:

Förderband e. V.
Torstr. 150, 10119 Berlin
Tel.     +49. (0)30.284938715
          +49. (0)30.24628661
Fax.    +49. (0)30.44340825
E-MAIL    nadolny@foerderband.org
WEB    www.foerderband.org
www.berliner-kulturarbeit.de

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