Abdullah Kenan Karaca erhält den Förderpreis Theater 2016

Der Regisseur Abdullah Kenan Karaca wird für seine bisherigen Leistungen und seine ungewöhnlichen künstlerischen Positionen von der Landeshauptstadt München mit dem diesjährigen Förderpreis Theater ausgezeichnet. Der Preis wird biennal verliehen und ist mit 6.000 Euro dotiert.

Die Jury begründete ihren Vorschlag wie folgt:
Abdullah Kenan Karaca hat gerade sein Regiestudium an der Hamburger Theaterakademie beendet, und doch waren von ihm in München schon fünf ausgewachsene Inszenierungen zu sehen. Die sechste – nach einer Erzählung von David Foster Wallace – folgt als Koproduktion mit der Münchner Biennale im Juni.

Am Volkstheater, wo der 1989 in Garmisch-Oberammergauer zunächst assistierte, sollte sein Regie-Debüt „Arabboy“ 2012 ursprünglich nur drei Mal gezeigt werden, dann aber war es der Überraschungserfolg der Spielzeit. Heute ist der 27-Jährige nicht nur bereits Hausregisseur am Münchner Volkstheater, sondern auch Co-Leiter der Oberammergauer Passionsspiele 2020: Dem identitätsstiftenden Großereignis für die Region.

Scheinbar ganz gelassen dringt Karaca in Bereiche fern jener Wohlfühlzonen vor, wo man den Künstler „mit Migrationshintergrund“ erwarten würde – oder den „Katholizismus-Experten“ (Karaca) und Bayer, als den man ihn in Hamburg sah. Als dezidierter Schauspielerregisseur tut er dem jungen Münchner Ensemble gut. Als einer, der unterhalten und ganz viel spielen (lassen) will, aber auch hinschauen, wo es wehtut und brennt, ist Karaca ein Glücksfall für das aktuelle und künftige Kulturleben dieser Stadt. Und er findet schon jetzt immer wieder neue stück- und themengerechte Zugriffe und Formen. In Fassbinders „Katzelmacher“, seiner aktuellsten Arbeit, bewies Karaca ästhetischen Mut zum großen Bild und den Willen, der europäischen Asylpolitik und dem deutschen Rechtspopulismus genau auf die Finger zu schauen.

Der Jury unter dem Vorsitz von Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers gehörten in diesem Jahr an: Sophie Becker (Spielmotor), Katja Friedrich (Volkstheater), Sabine Leucht (Theaterkritikerin), Kerstin Specht (Autorin), Christine Umpfenbach (Preisträgerin 2014), Benjamin von Blomberg (Münchner Kammerspiele) sowie aus dem Stadtrat Kathrin Abele, Beatrix Burkhardt, Marian Offman, Dr. Florian Roth und Dr. Constanze Söllner-Schaar.

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