Castorf erhält Nestroy-Preis für sein Lebenswerk

Die Nominierungen für den diesjährigen Nestroy-Preis stehen fest. Der Preis für das Lebenswerk geht in diesem Jahr an Frank Castorf.

Der Nestroy-Preis wird vom Wiener Bühnenverein verliehen, die Preisvergabe findet im Rahmen der Nestroy-Gala am 07. November im Wiener Ronacher statt. Auch zwei weitere Preise stehen bereits fest: Yael Ronen wird mit dem Autorenpreis für „Lost and Found“ für das beste Stück ausgezeichnet, Harald B. Thor erhält den Preis für die beste Ausstattung für Maxim Gorkis „Wassa Schelesnowa“  am Wiener Burgtheater. 

Für die weiteren zehn Kategorien stehen die folgenden Nominierungen fest:

Beste Schauspielerin
-Stefanie Dvorak als Mariedl in„Die Präsidentinnen“ von Werner Schwab, Akademietheater
-Claudia Kottal für die Gestaltung von sieben Figuren in„Die Blonde, die Brünette und die Rache der Rothaarigen“ von Robert Hewett, deutschsprachige Erstaufführung, Kosmostheater
-Sona MacDonald als Julie in „Fräulein Julie“ von August Strindberg, Theater in der Josefstadt und als Sie in „Blue Moon“ von Torsten Fischer und Herbert Schäfer, Kammerspiele
-Caroline Peters als Andrea in „Bella Figura“ von Yasmina Reza, Akademietheater
-Stefanie Reinsperger in  „Selbstbezichtigung“ von Peter Handke, Volx/ Margareten (Volkstheater)

Bester Schauspieler
-August Diehl  als Baxter in „Diese Geschichte von Ihnen“ von John Hopkins, Akademietheater
-Rainer Galke  als Irrsigler in „Alte Meister“ von Thomas Bernhard, Bühnenfassung und Inszenierung von Dušan David Pařízek, Volkstheater
-Michael Maertens als Anton Antonowitsch in „Der Revisor“ von Nikolaj Gogol, Burgtheater
-Nicholas Ofczarek als Johnson in„Diese Geschichte von Ihnen“ von John Hopkins, Akademietheater
-Florian Teichtmeister als Jean in„Fräulein Julie“ von August Strindberg, Theater in der Josefstadt

 Beste Nebenrolle
-Gábor Biedermann als Jewgenij in „Iwanow“ von Anton Tschechow, Volkstheater
-Joachim Bißmeier als Nagg in „Endspiel“ von Samuel Beckett, Salzburger Festspiele in Koproduktion mit dem Akademietheater
-Mavie Hörbiger als Smeraldina in „Der Diener zweier Herren“ von Carlo Goldoni, Burgtheater
-Martin Reinke für die Verkörperung von sechs Figuren in „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ von Joël Pommerat, Akademietheater
-Siegfried Walther als Kringelein in „Menschen im Hotel“ von Vicki Baum, Bühnenfassung von Anna Bergmann, österreichische Erstaufführung, Kammerspiele

 Beste Regie
-Anna Bergmann mit „Fräulein Julie“ von August Strindberg, Theater in der Josefstadt
-Andrea Breth mit „Diese Geschichte von Ihnen“ von John Hopkins, Akademietheater
-Jan-Christoph Gockel mit „Imperium“ nach dem Roman von Christian Kracht, Bühnenfassung von Jan-Christoph Gockel und Tobias Schuster, österreichische Erstaufführung, Schauspielhaus Wien

Bester Nachwuchs weiblich
-Mieke Biendara als Marie in „Netboy“ von Petra Wüllenweber, Theater der Jugend
-Julia Gräfner als Caliban in „Der Sturm“ von William Shakespeare, Schauspielhaus Graz
-Marie-Luise Stockinger als Irina in „Drei Schwestern“ von Anton Tschechow, Burgtheater

 Bester Nachwuchs männlich
-Luka Dimic als Tschick in „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf, Bühnenfassung von Robert Koall, Theater der Jugend
-Tino Hillebrand als Rolf in „dosenfleisch“ von Ferdinand Schmalz in Kooperation mit den Autorentheatertagen Berlin, Akademietheater
-Meo Wulf als Maik Klingenberg in „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf, Bühnenfassung von Robert Koall, Theater der Jugend

Spezialpreis
-„Das Kapitalismustribunal“-sieben Gerichtstage mit Anklagen gegen den Kapitalismus, Haus Bartleby, brut Wien
-„Schutzbefohlene performen Jelineks Schutzbefohlene“ eine Produktion der „Schweigenden Mehrheit“, Inszenierung von Tina Leisch und Bernhard Dechant mit 40 schutzsuchenden DarstellerInnen aus dem Lager Traiskirchen
-„Wir Hunde / Us Dogs“ Uraufführung und Inszenierung von SIGNA (Signa und Arthur Köstler), in Koproduktion mit den Wiener Festwochen und dem Volkstheater, Probebühne des Volkstheaters

 Beste Off-Produktion
-„Bluad, Roz und Wossa“ Uraufführung und Inszenierung von Christian Suchy, frei nach „Romeo und Julia“ von William Shakespeare,TAG
-„In weiter Ferne“ von Caryl Churchill, Inszenierung von Ingrid Lang, Theater Nestroyhof Hamakom
-„Kein Stück über Syrien“ von aktionstheater ensemble, Konzept und Inszenierung von Martin Gruber, Uraufführung in Kooperation mit WERK X

 Beste deutschsprachige Aufführung
-"Ein Käfig ging einen Vogel suchen" nach Texten von Franz Kafka, Inszenierung von Andreas Kriegenburg, Deutsches Theater Berlin
-„Engel in Amerika“ von Tony Kushner, inszeniert von Simon Stone, Theater Basel
-„Schiff der Träume“ ein europäisches Requiem nach Federico Fellini, inszeniert von Karin Beier, Schauspielhaus Hamburg

Beste Bundesländer Aufführung
-„Kasimir und Karoline“ von Ödön von Horváth, inszeniert von Dominic Friedel, Schauspielhaus Graz
-„Lavant!“ ein Theaterprojekt zum 100. Geburtstag Christine Lavants von Bernd Liepold-Mosser und Ute Liepold, Stadttheater Klagenfurt
-„Lichter der Vorstadt“ von Aki Kaurismäki, Fassung und Inszenierung von Alexander Charim, Landestheater Niederösterreich

Über Frank Castorf ist im Verlag Theater der Zeit 2016 das Arbeitsbuch "Castorf" erschienen.

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Leserkommentare

Boersch, Walter
1

Und wieder einmal schaut niemand außerhalb der sogenannten Zentren! Diese werden ja durch Nachtkritik und dergleichen ohnehin nie besucht... Sehr schade!

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