Gewonnen und doch verloren

Kritik an Juryentscheid des Heidelberger Stückemarkts 2010

Zwei offene Briefe von acht am Wettbewerb teilnehmenden Autoren kritisieren das Jury-Votum des Heidelberger Stückemarkts, alle Preise zusammenzulegen und auf die neun Teilnehmer zu verteilen.

Nach der Entscheidung, den diesjährigen Hauptpreis, den Innovationspreis und den Preis für das Gastland Israel zusammenzulegen und damit die insgesamt 21 000 Euro auf alle Teilnehmer zu verteilen, meldeten sich am vergangenen Wochenende die israelischen Dramatiker Yaron Edelstein, Roni Kuban und Oded Liphshitz zu Wort. Dass kein Stück als herausragend gewertet wurde, verletze die Richtlinien des Wettbewerbs und beschädige die Künstler selbst. „Die Missachtung unserer Stücke durch die Jury hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack", heißt es in dem Schreiben der Autoren.

Konzertiert zur Seite springen ihnen die deutschsprachigen Teilnehmer Markus Bauer, Johan Heß, Ursina Höhn, Azar Mortazavi und Eva Rottmann, die sich über den „plötzlichen Überdruss an der Förderung neuer Autoren" wundern. Heidelbergs Intendant Peter Spuhler unterstützt die Vorwürfe auf Nachfrage: „Dass die Jury nicht reflektiert hat, was sie den Autoren antut, verwundert mich zutiefst. Es wäre sicher ehrlicher oder besser gewesen, nicht in eine Jury zu gehen, wenn man Preise für die falsche Form der Förderung hält."

Die Juroren Christine Dössel, Kritikerin der Süddeutschen Zeitung, Erik Altorfer, Künstlerischer Leiter des Dramenprozessors Zürich, und Vorjahressieger Nis-Momme Stockmann hatten mit ihrer Entscheidung explizit „einen Impuls für eine Diskussion über die Förderkultur deutschsprachiger Dramatik geben" wollen, denn Förderinstitutionen „verdrängen manchmal - zugunsten der Profilierung von Theatern und der Vermarktung von Festivals - den eigentlichen Grund der Förderung".

Mannheimer Morgen

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