Hersfeldpreise vergeben

In der Stiftsruine in Bad Hersfeld sind am Samstag der „Große Hersfeldpreis 2016“ und der „Hersfeldpreis 2016“ vergeben worden.

Der Große Hersfeldpreis 2016 geht an Christian Nickel (HEXENJAGD/ Inszenierung: Dieter Wedel/ noch bis zum 31. Juli 2016 in Bad Hersfeld).

Die Begründung der Jury: Mit dem Großen Hersfeldpreis 2016 bei den Bad Hersfelder Festspielen wird Christian Nickel für seine Darstellung des John Proctor in Arthur Millers „Hexenjagd“ ausgezeichnet. Er gibt der Rolle durch sein zurückgenommenes und gleichzeitig emotionales Spiel eine hohe Glaubwürdigkeit. In der hochaktuellen Inszenierung von Dieter Wedel ragt er aus einem außerordentlich starken und homogenen Ensemble heraus. Durch Schuld und Gewissensnot wird er zum tragischen Helden. Auf diesem Weg zeigt Christian Nickel die Zerrissenheit des John Proctor zwischen Trieb und Treue, zwischen gesellschaftlicher Anpassung und selbstzerstörerischer Suche nach der Wahrheit.

Mit dem Großen Hersfeldpreis werden Darstellerinnen und Darsteller ausgezeichnet, die die weiträumige Bad Hersfelder Festspielstätten in Spiel und Sprache beherrschen und die sich in ihr als rollenausschöpfende Schauspielerpersönlichkeiten erweisen. Im letzten Jahr hat Christian Schmidt (KOMÖDIE DER IRRUNGEN und SOMMERNACHTS-TRÄUMEREIEN) den Preis erhalten, in 2014 war Marie Therese Futterknecht (MARIA STUART) die Preisträgerin. Der erste Preisträger war im Jahr 1962 Hans Caninenberg. Zu den Preisträgern gehörten unter anderem auch Volker Lechtenbrink, Uwe Friedrichsen, Mario Adorf, Tilly Lauenstein, Helen Schneider und Rufus Beck.

Der Hersfeldpreis 2016 geht an das Ensemble KRABAT (Inszenierung: Joern Hinkel/ die letzte Vorstellung hat bereits statt gefunden)

Die Begründung der Jury: Mit dem Hersfeldpreis 2016 bei den Bad Hersfelder Festspielen wird das Ensemble des KRABAT in der Inszenierung von Joern Hinkel nach dem Roman von Otfried Preussler ausgezeichnet. Der Preis wird stellvertretend für das Projekt an den Regisseur und künstlerischen Leiter Joern Hinkel übergeben. Mehr als 100 Jugendliche aus der Region sind über Monate inhaltlich und schauspielerisch in den KRABAT und in die Welt des Theaters nachhaltig hineingewachsen. Herausragende junge Profischauspieler reißen Jugendliche mit, darunter Schüler und Flüchtlinge. Grenzen zerfließen und werden in der dichten Darstellung unsichtbar. In Hinkels spannender Inszenierung verbindet sich die Magie der dunklen Mächte mit der Magie der Stiftsruine.

Der Hersfeldpreis wird an Darstellerinnen und Darsteller vergeben, die sich durch ihre Leistung profiliert haben, wobei die Auszeichnung insbesondere den Nachwuchs-Schauspielern zuerkannt werden soll. Im letzten Jahr bekamen Lisa und Laura Quarg (DER ZERBROCHNE KRUG) und im Jahr davor Marie-Anjes Lumpp (KISS ME KATE) diesen Preis. Der Hersfeld Preis wurde 1969 zum ersten Mal vergeben: Albert Hormann erhielt ihn. Im Laufe der Jahre kamen Namen wie Cornelia Froboess, Uwe Friedrichsen, Dietlinde Turban, Jutta Speidel oder Marie-Therese Futterknecht (2005 und 2008) dazu.


Der Hersfeldpreis wird insbesondere an Nachwuchs-Darstellerinnen und -Darsteller vergeben. Die undotierten Preise werden von der Stadt Bad Hersfeld und der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine alljährlich vergeben. Eine unabhängige Jury entscheidet über die Vergabe der Preise. Mitglieder sind in diesem Martina Mattick-Stiller (ZDF/ 3SAT), Bettina Fraschke (HNA), Christoph A. Brandner (FZ), Hermann Diel (HR) und Wilhelm Bing (FREUNDE DER FESTSPIELE).

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