Schweizer Autorin Martina Clavadetscher gewinnt die diesjährigen Essener Autorentage

Gewinnerin der diesjährigen Essener Autorentage „Stück auf!“ ist die Schweizer Autorin Martina Clavadetscher. Mit ihrem Stück „Umständliche Rettung“ setzte sie sich beim achtstündigen „Stück auf!“-Marathon am Samstag, dem 5. März in der Casa des Schauspiel Essen gegen sieben weitere Finalisten durch. Bei allen, in szenischen Lesungen präsentierten Stücken stand das Thema „Glaube“ im Mittelpunkt; von den insgesamt 128 eingereichten Texten hatten es acht in die Endausscheidung geschafft. Neben dem mit 5.000 Euro dotierten Autorenpreis der Stadt Essen, der von der Kulturstiftung der Stadt und Sparkasse Essen gefördert wird, kann sich Clavadetscher zudem über die Uraufführung ihres Stückes in der kommenden Spielzeit 2016/2017 am Schauspiel Essen freuen: Die Premiere ist für den 3. März 2017 in der Casa geplant.


In der Begründung der fünfköpfigen Jury, die aus dem Kulturjournalisten und Theaterkritiker Stefan Keim, dem Autor und Regisseur Jan Neumann, dem Theaterverleger Tobias Philippen (schaefersphilippen), der Regisseurin Christiane Pohle sowie der Essener Chefdramaturgin und stellvertretenden Intendantin Vera Ring bestand, heißt es: „Umständliche Rettung“ ist eine mythische, merkwürdige Geschichte. Martina Clavadetscher erzählt auf der Basis biblischer Motive von einer nahen Apokalypse, vom Verlangen nach Erlösung, Rettung und Gerechtigkeit. Der Text hat Gefühl, Humor und Momente großer poetischer Schönheit und Widerständigkeit. Sie spielt lustvoll mit der Chronologie, macht das Erzählen selbst zum Thema und schafft einen ganz eigenen Zauber.


Im Stück geht es um die deutsche Wissenschaftlerin Yamila Bach, die zu Forschungszwecken in ein Krisengebiet westlich des Jordans reist. Doch in Sodiriya geschehen skurrile Dinge. Nach etlichen unfreiwilligen Begegnungen mit einem Mann namens El-Arad hat sich die Biologin einer intensiven Befragung durch einen Untersuchungsrichter zu stellen: Ein Feuer soll die konsumfreudige Stadt zerstören – und ausgerechnet Yamila besitze Informationen darüber. Langsam wird jedoch deutlich, weswegen die Wissenschaftlerin tatsächlich denunziert wurde. Die gläubige Stadtbewohnerin Baganja hält Yamila für ihren rettenden Engel – ganz nach den Überlieferungen von Lots Erettung und dem Untergang von Sodom und Gomorra. Doch Yamila glaubt nicht an Engel. Überhaupt scheint sehr fragwürdig, wer hier ein Recht auf Rettung hat.

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