Theater Basel ist Opernhaus des Jahres

„Parsifal” inszeniert von Herheim beste Aufführung

Das Theater Basel ist Opernhaus des Jahres. Das ergab die Kritikerumfrage im Jahrbuch der „Opernwelt". Befragt wurden fünfzig Opernkritiker aus aller Welt. Gewürdigt werden insbesondere die Vielfalt des Repertoires und die Ensemblearbeit des Theaters.

Damit geht der Titel Operhaus des Jahres. zum ersten Mal in die Schweiz und (nach Graz 2001) zum zweiten Mal an ein Haus außerhalb Deutschlands.

„Diese Auszeichnung freut mich ganz besonders, zumal sie bezeugt, dass innovative und mutige Theaterpolitik wahrgenommen und ausgezeichnet wird", so Direktor Georges Delnon zur Nominierung des Theater Basel.

Erstmalig in der Geschichte der „Opernwelt"-Umfrage wurde eine Aufführung der Bayreuther Festspiele als die beste des Jahres gewählt: Wagners „Parsifal", inszeniert von Stefan Herheim, in den Bühnenräumen von Heike Scheele, mit den Kostüme von Gesine Völlm, dramaturgisch begleitet von Alexander Meier-Dörzenbach.

Sängerin und Sänger des Jahres reüssierten erstmals in derselben Aufführung: Anja Harteros als Elsa und Jonas Kaufmann in der Titelpartie des neuen „Lohengrin" bei den Münchner Opernfestspielen 2009. Dirigent des Jahres ist Kirill Petrenko, der insbesondere für seine Aufführungen von Strauss' „Intermezzo" im Theater an der Wien, Pfitzners „Palestrina" in Frankfurt und Janáceks „Jenufa" an der Bayerischen Staatsoper ausgezeichnet wurde.

Für das Ärgernis des Jahres sorgten die Querelen um die Stuttgarter Staatsoper. Bei den Voten geht es nicht nur um das, was dem Opernintendanten Albrecht Puhlmann künstlerisch gelungen oder misslungen ist. Es geht um eine Gemengelage, die mit Machtkämpfen und Befindlichkeiten hinter den Kulissen zu tun hat, mit unglücklichen Personalentscheidungen - und vor allem mit einer Politik, die teils ratlos, teils intrigant, teils panisch agierte. Dass jetzt Jossi Wieler bestellt wurde, nachdem Georg Quander als Intendant vergeblich durchgedrückt werden sollte, spricht für diese Wahrnehmung. Auf Wieler, der wesentlich für die Stuttgarter Erfolge der Ära Zehelein verantwortlich war, hätte man auch gleich kommen können.

Die Uraufführung des Jahres fand bei den Schwetzinger Festspielen 2009 statt: Wolfgang Rihms Goethe-Vertonung „Proserpina". Für die Wiederentdeckung des Jahres sorgten die Bregenzer Festspiele mit ihrem Ernst-Krenek-Schwerpunkt: Wie vielfältig und kontrastreich Kreneks Opernschaffen ist, wurde insbesondere deutlich durch die Gegenüberstellung der großen Oper „Karl V." und der Farce „Kehraus um St. Stephan".

Nachwuchskünstlerin des Jahres ist Sopranistin Christiane Karg, die in mehreren Aufführungen zum Haydn-Jahr brillierte und als Ighino in „Palestrina" an der Bayerischen Staatsoper. Der Chor des Jahres singt (wie 2008) an der Deutschen Oper Berlin. Den Titel Orchester des Jahres teilen sich das Museumsorchester Frankfurt und das Bayerische Staatsorchester.

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