Berliner Schaubühne wehrt sich gegen Vorwürfe

In einer Stellungnahme wehrt sich die Berliner Schaubühne am Lehniner Platz heute gegen Vorwürfe, ihr Stück ,,FEAR“ rufe zu Gewalt auf.

In der Pressemitteilung heißt es: „In einigen Medien wird das Stück inzwischen in Zusammenhang gebracht mit zwei Auto-Brandanschlägen gegen die AfD-Vizevorsitzende Beatrix von Storch und Hedwig Freifrau von Beverfoerde, Organisatorin der ,Demo für alle‘.“ Weiter heißt es: ,,Es wird im Stück an keiner Stelle zu Gewalt gegen Sachen oder Personen aufgerufen.“

Das Stück ,,FEAR“ von Autorregisseur Falk Richter feierte am 25. Oktober Premiere an der Schaubühne. Es ,,setzt sich auf satirischem Weg mit den rechtsnationalen und religiös-fundamentalistischen Strömungen im heutigen Deutschland auseinander“. Im Stück werden Protagonisten der aktuellen Debatte in Deutschland auf die Bühne gebracht, Mitglieder der AfD, Pegida und ,,Demo für alle“, u.a. Beatrix von Storch, Gabriele Kuby und Hedwig Freifrau von Beverfoerde. Das Stück übt Kritik an dem Rechtspopulismus und den christlichen Fundamentalisten, benutzt dabei aber nur die ,,Mittel der Kunst […]Ebenjener Kunst, deren Freiheit und Unantastbarkeit erst unlängst unter dem Motto ,Je suis Charlie' allerorts in Solidaritätsbekundungen gegen die Pariser Attentate so vollmundig beschworen wurde“.

Am 3. November kam es zum Eklat während einer Vorstellung: Ein Schauspieler sprang von der Bühne und drohte den im Publikum sitzenden Bundessprecher der AfD Christian Lüth mit Rausschmiss, da dieser die Aufführung filmte. Lüth löschte zwar die Aufnahmen, sagte aber öffentlich, das Stück sei ,,beleidigend und geschmacklos". Die AfD prüft, ob sie rechtliche Mittel ergreifen wolle.

In der heutigen Stellungnahme der Schaubühne heißt es, dass sie in den letzten Tagen vermehrt Zuschriften und Anrufe bekamen, die die Produktion ,,FEAR“ angreifen, ,,zum Teil in Form von Gewalt –und Morddrohungen“. Eine Sprecherin der Schaubühne ergänzt, dass dabei konkret Autor und Regisseur Falk Richter bedroht wird. Vor dem Eingang des Theaters wurde Graffiti geschmiert. Wie die Schaubühne mitteilt, soll ,,die Mehrheit der Absender, die die Absetzung des Stücks fordern, […] die Aufführungen gar nicht gesehen haben“, wie sie selbst sagen.

Strafrechtlich relevante Sachverhalte will die Schaubühne zur Anzeige bringen.

Das Stück, welches nun pausiert, wird, wie geplant, im Januar 2016 wieder auf dem Spielplan stehen.

In der kommenden Ausgabe von Theater der Zeit wird das Stück ,,FEAR" abgedruckt.

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