Düsseldorfs OB hofft auf einen privaten Investor zur Sanierung des Schauspielhauses

In der Debatte um die Zukunft des Düsseldorfer Schauspielhauses ist der Oberbürgermeister Thomas Geisel zurückgerudert:  ein Abriss und Neubau des Gebäudes seien auch für ihn keine realen Optionen sondern rein hypothetische Überlegungen gewesen.

Mit seiner Überlegung, dass ein Abriss und Neubau des Theaterbaus am Gustaf-Gründgens-Platz womöglich kostengünstiger sei als die Sanierung, hatte Geisel heftige Kritik geerntet, Intendant Wilfried Schulz drohte sogar mit einem Rücktritt. Bei einer Pressekonferenz betonte der OB nun, dieser Vorschlag sei nicht ernst gemeint gewesen, er habe lediglich eine Debatte um die Zukunft des Hauses anstoßen wollen. Stattdessenbrachte er einen anderen Vorschlag vor: die Sanierung des Gebäudes könne von einem privaten Investor übernommen werden, von dem die Stadt es wiederum in einer öffentlich-privaten Partnerschaft mieten könnte. Allerdings ist nicht klar, ob das Haus dann weiterhin als Theater genutzt werden könnte - Geisel gab zu verstehen, dass man darüber nachdenken müsse, ob das Gebäude als Standort des Schauspiels alternativlos sei. Die aktuelle Situation, in denen Ausweichspielstätten wie das Central am Hauptbahnhof und ein Theaterzelt bespielt werden, fänden viele „sehr charmant“. Dem neugestarteten Intendanten Schulz hatte er jedoch vor dessen Antritt zugesichert, er  würde sich dafür einsetzen, dass das Schauspielhaus bald wieder bespielbar sei - und das schon im nächsten Jahr.

Wilfried Schulz hält nichts von den neuen Plänen des OBs:  „Eine absurde Idee ist es, die Zukunft des traditionsreichen Hauses in die Hand eines Investors zu geben, der Gewinne erwirtschaften muss. Die Renditen eines Theaters sind andere“. Man brauche „eine klare Perspektive für hochwertiges Schauspiel in einem sanierten Gebäude im Mittelpunkt der Stadt.“ Die Debatte wird nun öffentlich weitergeführt. Ende November wollen Geisel und Schulz zu einer Podiumsdiskussion einladen.

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