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Intendantenfindung in Leipzig

Freundeskreis Schauspiel Leipzig sieht dringenden Handlungsbedarf

Seit 2009 steht fest, dass Sebastian Hartmann seine Intendanz in Leipzig nicht über die Spielzeit 2012/2013 hinaus verlängern wird. Die Zeit, einen neuen Intendanten zu finden wird knapp. Der Freundeskreis Schauspiel Leipzig e. V. fordert nun in einem offenen Brief Bürgermeister Burkhard Jung dazu auf, die Intendantenfindung voranzutreiben.

Der Freundeskreis fordert ein schnelles, transparentes und professionelles Verfahren, um den neuen Intendanten zu bestimmen. Da die Planung einer Spielzeit üblicherweise etwa ein Jahr dauere, müsste Hartmanns Nachfolger im März oder April 2012 feststehen. Er sollte durch eine überregional besetzte Findungskommision ausgewählt werden. Es wird davor gewarnt, dass Wunschkandidaten ggf. bald anderweitige Zusagen getroffen haben und nicht mehr zur Verfügung stehen.

Das Argument, es müsse zunächst ein Konzept für das Centraltheater vorliegen, lässt der Freundeskreis nicht gelten. Zwar könne ein grober Rahmen (z. B. Wahrnehmung eines Bildungsauftrages, Ansprechen eines breiten Publikums, lokale Bezüge, dosiert experimentelles Theater) vorgegeben werden, doch die Konzeptentwicklung solle vom neuen Intendanten selbst vorgenommen werden.

Mit Nachdruck wird im offenen Brief gefordert, es müsse bei der Aussage des actori-Gutachtens bleiben, wonach im Schauspiel Leipzig keine Möglichkeiten für Kürzungen bestehen. Diese würden sowohl künstlerischen als auch betriebswirtschaftlichen Schaden verursachen. Für den scheidenden Intendanten Hartmann waren auch finanzielle Argumente ausschlaggebend für seinen Entschluss: „Angesichts der politischen Verhältnisse im Stadtrat besteht bis heute kein Einvernehmen mit der Stadtverwaltung über grundlegende Notwendigkeiten für die betriebswirtschaftliche und künstlerische Handlungsfähigkeit des Eigenbetriebs in Aussicht.“

Abschließend fordert der Verein ein klares Bekenntnis zur Skala als kleinerer Spielstätte: „Es gibt nun einmal Literaturen und Stücke sowie entsprechende zeitgenössische Stoffe, die auf einer großen Bühne nicht aufgeführt werden können. Außerdem ist eine kleine Spielstätte unverzichtbar für die unmittelbare Kommunikation, für das Gewinnen jugendlicher Besucher, kleinere Projekte, experimentelles Theater, Lecture Performance u.a., zudem stellt sie auch eine wichtige Schnittstelle zur Hochschule für Musik und Theater dar.“ Seit November 2011 wird die ersatzlose Schließung der Spielstätte ernsthaft erwogen. Fest steht, dass von März 2012 bis Juli 2012 dort der Spielbetrieb ruht.

Den offenen Brief im Volltext lesen (PDF)

Quellen: Freundeskreis Schauspiel Leipzig e. V.; div. Berichte aus LVZ online

Notiert am 03.02.2012 von Benedict Roeser