Christa Wolf ist tot

Die ostdeutsche Autorin starb am Donnerstag, dem 1. Dezember nach schwerer Krankheit im Alter von 82 Jahren in Berlin.

Christa Wolf wurde als Christa Ihlenfeld am 18. März 1929 in Landsberg/Warthe (Gorzów Wielkopolski) geboren. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Preisen, darunter den Georg-Büchner-Preis (1980) und den Deutschen Bücherpreis.

Ihr erster großer Roman "Der geteilte Himmel" erschien 1962. 1963 erhielt sie dafür den Heinrich-Mann-Preis. Seit 1974 war Christa Wolf Mitglied der Akademie der Künste der DDR und 1981 auch Mitglied der Westberliner Akademie.

1976 war sie Mitinitiatorin des Protestes gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns.

Seit 1978 hielt sie Gastvorträge in den USA, Schottland, Italien, der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland.

1983 erschien ihr Roman "Kassandra".

1987 Auszeichnung mit dem Nationalpreis I. Klasse der DDR.

1989/90 Austritt aus der SED. Christa Wolf gehörte mit Stefan Heym und Friedrich Schorlemmer zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs "Für unser Land".  Damit setzte sie sich für die Weiterexistenz der DDR gegen die Vereinnahmung durch die Bundesrepublik ein, wobei die DDR-Kritik nicht zugleich ihre Abschaffung bedeuten sollte. Die Erzählung "Was bleibt" (1990) führte indes zu einer Debatte über die Mitschuld der DDR-Intellektuellen an den Deformationen und am Zusammenbruch der DDR.

1990: Doktorwürde der Universität Hildesheim.

1996: Veröffentlichung des Romans "Medea - Stimmen".

2002: Veröffentlichung der autobiographischen Erzählung "Ein Tag im Jahr: 1960-2000".

2006: Veröffentlichung der Erzählungen "Mit einem anderem Blick".

Ihr Hauptwerk erschien im Suhrkamp-Verlag, darunter ihre Romane "Kein Ort. Nirgends", "Nachdenken über Christa T.", "Störfall", "Kassandra" und "Medea".

Ihr zahlreiches, die deutschen Wunden nach dem 2. Weltkrieg nachzeichnendes, politisch engagiertes Werk macht Christa Wolf zu einer der Klassikerinnen der deutschen Literatur der zweiten Hälfte des 20. und des begonnenen 21. Jahrhunderts.

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