Tänzerin und Choreographin Pina Bausch ist tot

Die weltberühmte Tänzerin und Choreographin Pina Bausch ist tot. Sie starb am Dienstagmorgen fünf Tage nach einer Krebsdiagnose im Alter von 68 Jahren, wie eine Sprecherin des Wuppertaler Tanztheaters mitteilte.

Noch am vorletzten Sonntag stand Bausch mit ihrer Company im Wuppertaler Opernhaus auf der Bühne.

Bausch gilt in der Fachwelt als bedeutendste Choreographin der Gegenwart. Im November 2007 bekam sie in Japan den Kyoto-Preis für ihr Lebenswerk verliehen. Politiker aus Nordrhein-Westfalen äußerten sich bestürzt über den Tod der Künstlerin.

«Eine der größten darstellenden Künstlerinnen der Welt und sicherlich die bedeutendste in Nordrhein-Westfalen hat uns verlassen», sagte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU). Bausch habe nicht nur das Tanztheater, sondern auch die Sehweise von Theater entscheidend verändert: «Trotz internationaler Erfolge ist sie ihrer Heimat Nordrhein-Westfalen stets treu geblieben.»

Die am 27. Juli 1940 als Tochter eines Gastwirts in Wuppertals Nachbarstadt Solingen geborene Pina Bausch entdeckte schon als Kind ihre Begeisterung für den Tanz. Mit 14 Jahren begann sie an der von Kurt Jooss, dem Neuerer im Ausdruckstanz, gegründeten Essener Folkwangschule ihre tänzerische Ausbildung. Ein Stipendium ermöglichte ihr im Anschluss den Besuch der Juilliard School of Music in New York.

Kurt Jooss holte sie nach Essen zurück. Als Mitglied des Folkwang Balletts schuf sie Ende der 60er Jahre auch erste eigene Choreographien. Wuppertals Schauspielintendant Arno Wüstenhöfer legte dann den Grundstein zu ihrer internationalen Karriere, indem er sie 1973 als Ballettdirektorin und Chefchoreographin an sein Theater holte und sie an die Spitze des neugegründeten Tanztheaters Wuppertal setzte. Sie sorgte dafür, dass dieses Theater weltberühmt wurde.

SPD-Landeschefin Hannelore Kraft nannte den Tod von Pina Bausch einen «riesiger Verlust für uns, für das Kulturland NRW und für die Welt des Tanzes». Bausch sei die bekannteste und anerkannteste Kulturbotschafterin des Landes Nordrhein-Westfalen gewesen. Sie habe Tanz und Ballett in NRW und Deutschland in kulturelle Höhen geführt wie niemand vor ihr.

NRW-Innovationsminister Andreas Pinkwart (FDP) würdigte Bausch als eine der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler und Choreographen der vergangenen Jahre: «Bausch hat mit ihrer sehr eigenen Mischung aus Tanz und Theater die Kulturszene in Nordrhein-Westfalen maßgeblich geprägt.« Sie sei »die Grande Dame des Tanztheaters» gewesen.

Der kulturpolitische Sprecher der Landes-Grünen, Oliver Keymis, betonte die große Wirkung Bauschs: «Wir verdanken Pina Bausch die größten Kunsterlebnisse, weit über das Tanztheater hinaus, und verneigen uns vor ihrer kompromisslosen Menschenliebe und der anspruchslosen Vollkommenheit ihrer unerreichten Kunst.»

Auch Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) würdigte das Lebenswerk der Künstlerin: «Sie hat mit ihrer  einzigartigen Arbeit viele Spuren hinterlassen - in Wuppertal und auf der ganzen Welt. In ihrer ganz besonderen Art hat sie von Wuppertal aus die Tanzwelt revolutioniert und den Namen unserer Stadt in die ganze Welt getragen.» Bausch habe sich immer zu Wuppertal bekannt und sei der Stadt tief verbunden gewesen. Wuppertal trauere um seine Ehrenbürgerin.

Von Markus Peters, ddp / Quelle: Alle in Erklärungen

ddp/map/pon

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