Berliner Ensemble

Rolf Hochhuth kündigt den Mietvertrag

Wie aus der gestrigen Ausgabe der Berliner Morgenpost zu entnehmen war, hat Rolf Hochhuth - im Namen der Ilse-Holzapfel-Stiftung, deren Eigentum das Theater am Schiffbauerdamm ist - dem Land Berlin bzw. dem Regierenden Bürgermeister und Kultursenator von Berlin Klaus Wowereit die außerordentliche und fristlose Kündigung des Mietvertrages vorgelegt. Das Land Berlin hat das frühere Theater Bertolt Brechts an die Berliner Ensemble GmbH untervermietet. Es ist bereits der zweite Versuch Hochhuths dem BE zu kündigen.

Schon seit einigen Jahren kämpft der Schriftsteller Rolf Hochhuth darum, dass die Kulturverwaltung und der Intendant des Berliner Ensembles Claus Peymann ihm seine im Mietvertrag von 1998 gewährten Rechte einräumen. Diese sähen vor, dass 1.) jährlich, Mitte Oktober an drei Abenden Hochhuths Stück „Der Stellvertreter" gespielt werde, und dass 2.) Rolf Hochhuth die Möglichkeit der Sommerbespielung des Theaters am Schiffbauerdamm eingeräumt werde. Er klagt, dass von den 798 Tagen, an denen ihm das Haus seit 1998 hätte zur Verfügung stehen sollen, lediglich an 73 Abenden Inszenierungen zur Aufführung gekommen seien.

Der Rechtsanwalt Prof. Dr. Peter Raue wird nun das Berliner Ensemble verteidigen. Er gab heute bekannt, dass es keinerlei Rechtsanspruch auf eine Aufführung des „Stellvertreters" im BE gäbe, die Ilse-Holzapfel-Stiftung habe lediglich das Recht, eine von ihr finanzierte und realisierte Inszenierung zu zeigen, und solch ein Angebot habe Rolf Hochhuth niemals unterbreitet. Ferner sei das BE zu einer Sommerbespielung durch die besagte Stiftung nur verpflichtet, wenn Zeitraum und Stück wie rechtzeitig vertraglich verabredet werden; auch dies sei bisher nie geschehen. Dennoch habe Claus Peymann im Rahmen des Möglichen stets die Bespielungswünsche von Rolf Hochhuth zu erfüllen versucht.

Hochhuths neuer Anwalt heißt Markus Kerber. Ob sich die Parteien noch außergerichtlich einigen werden oder es in dieser Angelegenheit zum Prozess kommt, wird man abwarten müssen.

Quelle: PM Prof. Dr. Peter Raue, Rechtsanwalt sowie Berliner Morgenpost

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