Burgtheater Wien

Ensemble spricht Hartmann Misstrauen aus/ Absage des Ungarischen Nationaltheaters

Am Wochenende haben sich die Ereignisse am Wiener Burgtheater erneut zugespitzt.

Nachdem sich das Burgtheater bereits seit Ende des letzten Jahres wegen der Entlassung der ehemaligen kaufmännischen Geschäftsführerin Silvia Stantejsky und seiner finanziellen Schieflage in den Schlagzeilen befunden hatte, zuletzt ein Defizit von rund 8 Millionen Euro für die Spielzeit 2012/13 errechnet wurde und Steuernachzahlungen in Höhe von 5 Millionen Euro drohen, hat sich nun das Ensemble, inklusive Mitarbeiter von Technik, Kostüm, Maske und Administration gegen die Führungsetage des Burgtheaters ausgesprochen. Wie der ORF berichtete, heißt es im Zuge eines Misstrauensvotums in einem Brief an Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ): „Wir, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Burgtheaters, sehen uns nach Bekanntwerden des finanziellen desaströsen Zustandes unseres Betriebes und mit der Frage nach den Verantwortlichen dafür in der alleinigen Schuldzuweisung an die ehemalige kaufmännische Geschäftsführerin nicht in der Lage, dieser Darstellung Glauben zu schenken“. Außerdem fordert das Ensemble die Geschäftsführer auf, „ihre Verantwortung im Sinne der Rechtsvorschrift des Bundestheaterorganisationsgesetztes zu übernehmen.“ Matthias Hartmann entgegnete darauf dem Kurier, es mache ihn betroffen, dass er den vielen Ensemble-Mitgliedern nicht in ausreichender Form seine unausgesetzten Bemühungen zur Bewältigung dieser schweren Krise klarmachen konnte. „Ich werde auch weiter alles in meiner Macht Stehende tun, um mit Hilfe der neuen kaufmännischen Geschäftsführung, der Holding und der Politik die Krise zu überwinden und unseren künstlerischen Höhenflug wieder in den Fokus zu richten“, so Hartmann weiter. Im Zuge der internen Unstimmigkeiten und Reibungen hat nun auch das Ungarische Nationaltheater ein geplantes Gastspiel, das im Rahmen des „Ungarn Festivals“ hätte stattfinden sollen, abgesagt. Attila Vidnyanszky, Intendant des Ungarischen Nationaltheaters gab die „um das Burgtheater entstandene unsichere Lage“ als Grund an, so berichteten ungarische und österreichische Medien.

Quelle: div. u.a. ORF, Kurier, Focus Online

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