Düsseldorfer Tanzhaus NRW

Echte Wölfe auf der Bühne

In der Performance „Narcisses" möchte eine Tänzerin im Tanzhaus NRW mit zwei Wölfen auftreten. Wenige Meter vom Publikum entfernt sollen die Wölfe auf die Bühne kommen, wo ihnen die nackte Tänzerin rohes Fleisch zum Fraß vorwerfen wird. Das Vorhaben stößt auf Widerstand bei Tierschützern.

Für das Stück, mit dem die französische Choreografin Coralin Lamaison im Herbst im Düsseldorfer Tanzhaus NRW gastieren will, sind zwei Wölfe aus einem Tierpark in Toulouse vorgesehen, die bereits für Auftritte gebucht worden sind. Ein speziell für den Transport von Wildtieren vorgesehener LKW soll die Tiere nach Düsseldorf bringen. Während des Gastspiel-Wochenendes wird das Fahrzeug zudem als Unterbringung für die Wölfe dienen. Den wenige Minuten dauernden Auftritt der Tiere werden zwei Wolfstrainer von den Bühnenseiten aus überwachen.

Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert das verstärkte Einbinden von Wildtieren auf der Bühne sowie in Film und Fernsehen. "Menschliche Nacktheit und Sexualität scheinen nicht mehr auszureichen, um Zuschauer zu schockieren", meint Caterina Mülhausen vom Tierschutzbund, "darum sollen nun wohl Tiere herhalten." Auch Peter Höffken, Wildtierexperte der Tierschutzorganisation Peta, äußert sich gegen das Vorhaben des Düsseldorfer Tanzhauses: "Wölfe sind Wildtiere, sie haben hohe Ansprüche an ihre Haltung, die können in Gefangenschaft niemals erfüllt werden. Darum sind wir dagegen, Wildtiere in künstlerischen Darbietungen einzusetzen, ob das nun im Zirkus geschieht oder auf einer Theaterbühne." Laut Höffken sollten solche Auftritte von den Städten grundsätzlichen verboten werden.

Das Tanzhaus NRW jedoch verteidigt seinen Beschluss: "Es geht hier um den achtsamen Umgang der Kunst mit der Natur, der auf der Bühne nur mit echter Natur, wie ich finde, erlebt werden kann - sorgfältig von Fachleuten erprobt und betreut", so Bertram Müller, Intendant des Tanzhauses NRW. Während des Gastspiels werden laut Müller alle nötigen Sicherheitsmaßnahmen getroffen - sowohl für die Tiere als auch für den Zuschauer.

Neben den Wölfen sollen in der nächsten Spielzeit außerdem neun Schwäne auf der Bühne des Tanzhauses NRW zum Einsatz kommen. Für Luc Pettons Ballett „Swan" werden sie zusammen mit sieben Tänzerinnen bereits Ende August zur Tanzmesse erwartet.

Quelle: RP online

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