Gesetzentwurf zur Tarifeinheit

Kritik durch Deutschen Bühnenverein

Der Deutsche Bühnenverein kritisiert den Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Tarifeinheit als "konfliktträchtig und nicht praktikabel".

Der Bühnenverein fordert die Bundesregierung auf, den Entwurf zurückzustellen und schärfere Voraussetzungen für die Zulässigkeit von Streiks zu schaffen, damit Partikularinteressen nicht ganze Betriebe lahmlegen können. Außerdem sollte verhindert werden, dass lokale Aktivitäten einzelner Gewerkschaften geltende Tarifverträge aushöhlen.

Aus der online veröffentlichten Pressemeldung des Deutschen Bühnenvereins: „In dem Gesetzentwurf ist vorgesehen, dass im Betrieb die Gewerkschaft mit den meisten Mitgliedern einer Beschäftigtengruppe das Sagen hat. Alle anderen Gewerkschaften hätten nach dem Gesetzentwurf jeweils das Recht, die Tarifverträge der stärksten Gewerkschaften nachzuzeichnen, wenn sie in der gleichen Beschäftigtengruppe eines Betriebs weniger Mitglieder haben. An den 142 öffentlich getragenen Theatern und Orchestern sind als Künstlergewerkschaften die Deutsche Orchestervereinigung (DOV), die Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer (VdO) und die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) aktiv, für die nichtkünstlerischen Mitarbeiter die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Da es in Theatern und Orchestern sehr arbeitsteilig zugeht und die Mehrheitsverhältnisse in jedem Betrieb anders sind, entstünde im Fall des Inkrafttretens des Gesetzes eine unübersichtliche Tarifsituation. Chor, Orchester, Schauspieler, Sänger, Tänzer, Dramaturgen, Techniker, Verwaltungsangestellte und viele mehr könnten in Zukunft über ihre Gewerkschaften in einzelnen Betrieben eigene Tarifverträge verlangen. Dadurch könnten die Tarifregelungen von Betrieb zu Betrieb völlig unterschiedlich ausfallen. Das konterkariert die Tarifpolitik des Bühnenvereins und der Künstlergewerkschaften der vergangenen Jahre, die darauf angelegt war, den Tarifpluralismus zu beenden und die Anzahl der von den Theatern und Orchestern angewandten Tarifregelungen zu reduzieren und zu vereinfachen.“

Quelle: PM Deutscher Bühnenverein

Kommentar hinzufügen

Meistgelesene Beiträge

Alle

auf theaterderzeit.de

Staging Postdemocracy

Wir lebten in postdemokratischen Zeiten, die gewählten Strukturen hätten ihre Macht…

Theater-News

Alle

auf theaterderzeit.de

Neuerscheinungen

Alle

Bestseller

Alle

Sonderangebote

Alle

- Anzeige -

Autorinnen und Autoren des Verlags

A - Z

Bild von Joachim Fiebach

Joachim Fiebach

Bild von Nis-Momme Stockmann

Nis-Momme Stockmann

Bild von Hans-Thies Lehmann

Hans-Thies Lehmann

Bild von Gunnar Decker

Gunnar Decker

Bild von Friedrich Dieckmann

Friedrich Dieckmann

Bild von Heiner Goebbels

Heiner Goebbels

Bild von Etel Adnan

Etel Adnan

Bild von Michael Schindhelm

Michael Schindhelm

Bild von Dirk Baecker

Dirk Baecker

Bild von Bernd Stegemann

Bernd Stegemann

Bild von Falk Richter

Falk Richter

Bild von Sasha Marianna Salzmann

Sasha Marianna Salzmann

Bild von Milo Rau

Milo Rau

Bild von Josef Bierbichler

Josef Bierbichler

Bild von Kathrin Röggla

Kathrin Röggla

Bild von Wolfgang Engler

Wolfgang Engler

Bild von Ralph Hammerthaler

Ralph Hammerthaler

Bild von Lutz Hübner

Lutz Hübner