Henrik Nánási wird neuer GMD der Komischen Oper Berlin

Henrik Nánási wird zum 1. August 2012 neuer Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin. Der 1975 geborene Ungar hat einen 3-Jahres-Vertrag bis Juli 2015 unterzeichnet und wird an der Komischen Oper Berlin mit insgesamt 40 Dirigaten pro Spielzeit präsent sein.

Zusammen mit der neuen Kapellmeisterin Kristiina Poska bildet er das musikalische Leitungsteam, das der designierte Intendant Barrie Kosky an das Haus verpflichtet hat.

Henrik Nánási begann seine musikalische Ausbildung am Béla-Bartók Konservatorium in Budapest und schloss sein Studium in Wien mit Auszeichnung ab. Er bekam zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, war musikalischer Assistent am Royal Opera House Covent Garden und übte an der Opéra de Monte Carlo eine intensive Konzerttätigkeit als Pianist aus. Er war zunächst Solorepetitor, dann Erster Kapellmeister am Stadttheater Klagenfurt, später in selber Position am Theater Augsburg. 2007 wurde er Stellvertretender Chefdirigent des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München. Seine Tätigkeit als Gastdirigent führt ihn in der nächsten Zeit unter anderem wieder an die Wiener Volksoper (Mai 2011), an die Dresdner Semperoper (Juni 2011) und an die Oper Frankfurt. 2012 gibt er sein Debüt an der Bayerischen Staatsoper München.

André Schmitz: „Die Komische Oper Berlin pflegt eine lange Tradition, junge hochbegabte Operndirigenten zu Beginn ihrer internationalen Karriere fest an das Haus zu binden. Man denke nur an Künstler wie Yakov Kreizberg, Vladimir Jurowski, Kirill Petrenko oder Patrick Lange. Ich denke, die Ernennung von Henrik Nánási zum Generalmusikdirektor steht ganz in dieser Tradition.“
Barrie Kosky: „Henrik Nánási ist einer der interessantesten und begabtesten Künstler aus der jungen Generation von Operndirigenten. Er besitzt all die Qualitäten, die meiner Meinung nach ein Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin haben sollte: Er ist ein wunderbarer Musiker, ein Dirigent, der Oper als Musiktheater versteht, und ein Team-Player. Er besitzt Führungsqualität, ein ungeheures Maß an Energie und einen wunderbaren Sinn für Humor. Ich glaube, mit Henrik Nánási haben wir den richtigen Partner für mich und für das gesamte Haus gefunden.“
Henrik Nánási: „Nach Lebensabschnitten in Budapest, Wien und München führt mich mein Weg nun nach Berlin, in diese kulturell so einzigartige und universelle Stadt. Genau diese kulturelle Vielfalt spiegelt sich auch im unverwechselbaren Profil der Komischen Oper Berlin wider, deren Bereitschaft für Innovation und das kontinuierliche Bestreben nach hoher Qualität mich sofort faszinierten. Ich sehe mit großer Begeisterung meiner künstlerischen Arbeit an der Komischen Oper Berlin entgegen, insbesondere mit dem Orchester, dessen Stilsicherheit, Flexibilität und hohe Klangkultur ich bereits erleben durfte. Nun freue ich mich darauf, meine Intentionen, stets im Bestreben nach schlüssigen Interpretationen musikalischer Inhalte, mit Intendant Barrie Kosky und diesem großartigen Team gemeinsam verwirklichen zu können.“

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Biografie Henrik Nánási:
Zu Henrik Nánásis jüngsten Debüts gehörten die musikalische Leitung von Puccinis La Bohème an der Oper Frankfurt (2009) sowie sein Debüt an der Semperoper Dresden mit Rossinis L´Italiana in Algeri (2010). Seine nächsten Aufgaben umfassen eine Neuproduktion von Lehárs Die lustige Witwe an der Wiener Volksoper in der Inszenierung von Marco Arturo Marelli, Verdis I Masnadieri sowie eine Neuproduktion von Chabriers L´étoile in der Regie von David Alden an der Oper Frankfurt. Er setzt seine Arbeit an der Semperoper Dresden in 2011 mit La Bohème fort, er debütiert 2012 an der Bayerischen Staatsoper München mit La Traviata und es folgt eine Einladung an die Opera de Monte Carlo.

Henrik Nánási wurde 1975 in Pécs/Ungarn geboren. Seine musikalische Ausbildung begann er am Béla-Bartók-Konservatorium in Budapest in den Fächern Klavier und Komposition, bevor er sein Studium an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien fortsetzte, wo er von 1993 bis 2000 Orchesterdirigieren (bei Uroš Lajovic), Korrepetition (bei Konrad Leitner) und Komposition (bei Iván Eröd und Kurt Schwertsik) studierte (Abschluss mit Auszeichnung).

Er bekam zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien. 1993, 1994 und 1997 war er Stipendiat der Alban Berg Stiftung für Komponisten, 1995 bekam er den Förderungspreis der Carl Michael Ziehrer-Stiftung, 1996 die Würdigung der Bayreuther Richard Wagner Stiftung sowie das Stipendium des Bundesministeriums für Wissenschaft, Verkehr und Kunst, 1997 die Anerkennung der Dr. Martha Sobotka - Charlotte Janeczek Stiftung für außerordentliche künstlerische Begabung und 1998 die Würdigung der Global Foundation for Research and Scholarship. Er war als musikalischer Assistent am Royal Opera House Covent Garden bei Antonio Pappano und an der Opéra de Monte Carlo tätig und übte eine intensive Konzerttätigkeit als Pianist und Liedbegleiter aus.

Henrik Nánási kam 1999 als Solorepetitor an das Stadttheater Klagenfurt, wo er 2002 Erster Kapellmeister des Hauses wurde und dirigierte ein breites Repertoire von Mozart (Die Zauberflöte, Così fan tutte) und dem italienischen Fach (Don Carlos, Nabucco, Norma, La Cenerentola, Don Pasquale, Turandot, Madama Butterfly, Tosca) über Tschaikovsky (Pique Dame) und Stravinsky (The Rake‘s Progress) bis hin zu solchen Operettenraritäten wie Eva von Lehár.

In den Spielzeiten 2005/06 und 2006/07 war er Erster Kapellmeister am Theater Augsburg (u. a. Otello, Hänsel und Gretel, Tosca), wo er auch solche Neuproduktionen wie Berlioz‘ Beatrice et Benedict, Gounods Romeo et Juliette, Donizettis Maria Stuarda und Salieris Axur, Re d´Ormus dirigierte.

Er wurde 2007 Stellvertretender Chefdirigent des Staatstheater am Gärtnerplatz in München (Le nozze di Figaro, Fra Diavolo, L‘elisir d‘amore, Il barbiere di Siviglia, Boccaccio, Martha etc). Insbesondere die Münchner Erstaufführungen von Giuseppe Verdis I Masnadieri und Giovanna d´Arco unter seiner Leitung fanden große Resonanz.

Seine Tätigkeit als Gastdirigent führte ihn u. a. an die Wiener Volksoper (Rusalka, Carmen, La Traviata, Gräfin Mariza, Der Vogelhändler), das Staatstheater Braunschweig (Otello, Die Csárdásfürstin), das Nationaltheater Mannheim (Die Zauberflöte), das Budapester Operettentheater (Die Fledermaus, Das Land des Lächelns), zum Internationalen Opernfestival in Ungarn (Herzog Blaubarts Burg, Gianni Schicchi). Er leitete die überaus erfolgreiche Schweizer Erstaufführung von Verdis Frühwerk Alzira am Theater St. Gallen in der Inszenierung von Denis Krief.

Seine Konzerttätigkeit verbindet Henrik Nánási u. a. mit dem Orchestre Symphonique de L´Opera de Toulon, Radio-Symphonieorchester Wien, Tiroler Symphonieorchester Innsbruck, Staatsorchester Braunschweig, Philharmonischen Orchester Augsburg, Sinfonieorchester St. Gallen, der Neuen Philharmonie Westfalen.

Biografie Kristiina Poska:
In Türi/Estland geboren studierte Kristiina Poska ab 1998 zunächst Chordirigieren an der Estnischen Musikakademie Tallinn und seit 2004 Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin bei Christian Ehwald.

International auf sichaufmerksam machte die junge estnische Dirigentin gleichermaßen durch Auszeichnungen wie dem »Orchestra’s Preference Award« beim Dimitris-Mitropoulos-Dirigierwettbewerb in Athen 2006 und dem 1. Preis des Dirigentinnen-Wettbewerbs der Orchesterakademie der Bergischen Symphoniker 2007. Als Finalistin beim Donatella-Flick-Wettbewerb dirigierte sie im Herbst 2010 das London Symphony Orchestra und gewann kurz darauf im Januar 2011 den Deutschen Operettenpreis für junge Dirigenten der Oper Leipzig und des Dirigentenforums des Deutschen Musikrates.

Gleichzeitig wurde sie mit dem Publikumspreis der Leipziger Volkszeitung ausgezeichnet. Nach Konzerten mit dem Neuen Sinfonieorchester Berlin sowie den Brandenburger Symphonikern wurde Kristiina Poska 2006 Chefdirigentin der »Cappella academica«, des Symphonieorchesters der Humboldt-Universität zu Berlin. Mit ihr erarbeitete sie sich ein breites sinfonisches Repertoire und gastiert regelmäßig im Konzerthaus Berlin.

2008/09 leitete Kristiina Poska die Produktion Ihre Bohème an der Neuköllner Oper Berlin. Rasch folgten Engagements an das Theater Koblenz für Don Quichotte von Jules Massenet sowie an das Theater Brandenburg für Mimi – La Bohème (nach Giacomo Puccini). Außerdem wurde sie Stipendiatin beim Dirigentenforum des Deutschen Musikrates.

2010/11 dirigiert Kristiina Poska das Estnische Staatliche Sinfonieorchester mit Werken von Heino Eller, Veljo Tormis, Eduard Tubin und Pjotr I. Tschaikowski. Im Dezember 2010 debütierte Kristiina Poska erfolgreich bei mehreren Vorstellungen von La Traviata an der Komischen Oper Berlin. Von Orchester und Publikum begeistert aufgenommen wurde sie umgehend eingeladen, die Wiederaufnahme von Jacques Offenbachs La Périchole in der Inszenierung von Nicolas Stemann zu leiten. Im Februar 2011 übernimmt sie die musikalische Leitung der Premiere Die sieben Todsünden (Inszenierung: Barrie Kosky). Ab der Spielzeit 2012/13 wird sie Kapellmeisterin der Komischen Oper Berlin.

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