Ingrid van Bergen als blinde Witwe am Berliner Schlosspark Theater

Schauspielerin freut sich über neue Rollen und schreibt ein Buch

Egal, ob RTL-Dschungelcamp oder echte Bühne: Wenn Ingrid van Bergen spielt, spielt sie richtig. Nachdem die Schauspielerin im Dezember am Berliner Schlosspark Theater in dem Ein-Personen-Stück «Die Klatschmohnfrau» auf der Bühne stand, steht die nächste Premiere bevor.

Gemeinsam mit Cosma Shiva Hagen wird sie ab Donnerstag (14. Januar) in dem von Dieter Hallervorden komplett sanierten und im September 2009 wiedereröffneten Theater in der Tragikomödie «Die Nadel der Kleopatra» von Philipp Moog und Frank Röth zu sehen sein.

Noch während sie die «Klatschmohnfrau» mimte - 80 Minuten lang ohne jede Requisite allein auf der Bühne - probte sie parallel für das neue Stück. «Es hat sich herausgestellt, dass ich ein außerordentlich trainiertes Gedächtnis habe», so die 78-Jährige im ddp-Gespräch über ihr Arbeitspensum. In «Die Nadel der Kleopatra»
(Inszenierung: Cordula Trantow) spielt van Bergen die blinde Witwe Charlotte Bergmann. Die sucht eine Vorleserin und findet sie in Sophie (Cosma Shiva Hagen), einer jungen, aber erfolglosen Schauspielerin.

Sophie braucht nicht lange, bis sie in der Wohnung der Witwe ein Bild von Claude Monet entdeckt. Wozu braucht eine blinde Frau ein so wertvolles Bild, denken sich Sophies chronisch klammer Freund Marc (Philipp Ungeheuer) und dessen zwielichtiger Kumpel Jeff (Marco Hofschneider). Aber die junge Frau fühlt sich mehr und mehr zu der alten Dame hingezogen, in deren Leben es ein dunkles Geheimnis geben muss.

Es fällt van Bergen nicht schwer, eine blinde Frau zu spielen. «Am Anfang der Proben habe ich auf der Bühne die Augen zugemacht. Ich spiele die Charlotte ganz sanft. Die Frau lebt seit 50 Jahren in der Wohnung, die kennt sich da aus, man merkt kaum, dass sie nichts sehen kann. Und ich habe alte, blinde Hunde zu Hause. Wie sie sich orientieren, habe ich studiert.»

Zu Hause, das ist ein Anwesen in der Lüneburger Heide. Dort lebt die engagierte Tierschützerin mit ihren Hunden, Pferden, Chinchillas und Katzen. Und einem jungen Mann, der ihr Agent ist und der Haus und Tiere versorgt, wenn sie arbeitet. «Ich brauche junge Menschen um mich. Ich bin selber jung geblieben. Was im Pass steht, interessiert mich nicht. Ich will keinen Mann, der im Lehnstuhl sitzt und nur noch Fußball gucken will."

Über Langeweile kann sich die «Dschungelkönigin» nicht beklagen. Konnte sie nie, wie sie klarstellt. «Manche sagen, ich hätte nach dem Dschungelcamp meine Karriere neu gestartet. Das ist absolut unwahr. Ich habe immer gearbeitet.» Neben ihrem Engagement am Schlosspark Theater wird die Schauspielerin in diesem Jahr wieder bei den Störtebecker-Festspielen auf der Ostseeinsel Rügen zu sehen sein.

Und sie schreibt derzeit ein Tierbuch. «Ich schreibe die Geschichten aus der Sicht der Tiere. Keine putzigen über Hühner, sondern Geschichten über Kampfstiere, über Robbenbabys, über Tanzbären.» Zur Leipziger Buchmesse 2010 soll der Band, in dem van Bergen ihren Lesern «harte Wahrheiten in Pralinenpapier verpackt» überreicht, auf den Markt kommen.

Von ddp-Korrespondentin Tamara Bartlitz

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