Kasachischer Theatermacher in Haft

Protestbriefe aus Deutschland

Der kasachische Theatermacher und Regimekritiker Bolat Atabajew ist offenbar seit vier Tagen in Kasachstan inhaftiert.

Wie nachtkritik.de unter Berufung auf den Berliner Tagesspiegel meldet, wurde Atabajew bereits im Frühjahr wegen angeblicher Anstiftung zu sozialer Unruhe angeklagt und war dann gegen eine Kaution auf freiem Fuß. Atabajew soll am 28. August in Weimar mit der Goethe-Medaille geehrt werden. Weiter berichtet dfas Onlineportal, dass der Filmregisseur Volker Schlöndorf sich bereits für Atabajew eingesetzt und in diesen Tagen in einem offenen Brief an den zuständigen Richter, Atabajew unverzügliche Freilassung gefordert habe.

Nun habe sich auch Roberto Ciulli, der künstlerische Leiter des Theater an der Ruhr Mülheim, dem Protest mit einem offenen Brief angeschlossen. Hieraus zitiert nachtkritik.de:

"Mit Bolat Atabayev verbindet uns nicht zuletzt durch unsere langjährige und äußerst produktive Zusammenarbeeit eine innige Freundschaft. Er war es, der zwischen den kasachischen Publikum, Künstlern aus Kasachstan und dem Theater an der Ruhr vermittelt hat. So konnten wir unsere Inszenierung 'Kaspar"'von Peter Handke im Jahr 2001 in Almaty zeigen.

Wir haben einige Inszenierungen aus Kasachstan zu unseren intemationalen Theaterlandschaften nach Mülheim eingeladen und konnten sie einem interessierten
Publikum zeigen. Die Inszenierung seines Theaterstücks 'Lady Milford aus Almaty', das die Diskriminierung Russland-Deutscher in der Bundesrepublik zum Thema macht, wurde von unserem Publikum mit besonders großer Begeisterung aufgenommen.

Nicht zuletzt wegen seiner Verdienste um den deutsch-kasachische Kulturaustausch soll
Bolat Atabayev im August mit der Goethe Medaille geehrt werden. Wir möchten Sie deshalb bitten, alles in Ihrer Macht stehende zu tun, um Bolat Atabayev, diesen großartigen künstlerischen Botschafter Kasachstans bis zur Eröffung eines fairen Gerichtsverfahren, in dem, davon sind wir überzeugt sind, seine Unschuld bewiesen werden wird, auf freien Fuß zu setzen."

Quelle: nachtkritik.de / Theater an der Ruhr

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