Mit Ausstellung und Symposium wird Jean Genet geehrt

Theaterarbeiten und unter anderem sein politisches Engagement für die RAF in den Blickpunkt gerückt

Anlässlich seines 100. Geburtstages am 19. Dezember ehrt das Schwule Museum Berlin den französischen Schriftsteller Jean Genet mit einer umfangreichen Ausstellung.

Mit Fotografien und Dokumenten, Text- und Bildinstallationen, Erstausgaben und Kunstwerken wie Zeichnungen von Jean Cocteau werde das Werk wie auch das skandalbehaftete Leben des 1986 verstorbenen Genet ab Montag (6. Dezember) in seinen vielfältigen Facetten aufgeschlüsselt und illustriert, sagte Kurator Wolfgang Theis. Neben seinen Theaterarbeiten wie "Die Zofen" und "Der Balkon", die Genet in den fünfziger Jahren zu einem der meistgespielten Autoren auf bundesdeutschen Bühnen machten, werde man ebenso sein umstrittenes politisches Engagement für die RAF, die palästinensische Befreiungsbewegung und die Black Panther-Bürgerrechtsorganisation in den Blickpunkt rücken.

Besondere Aufmerksamkeit werde in dessen Hommage auch Genets bekanntestem Werk, dem Roman "Querelle" geschenkt, sagte Theis. Als das Buch 1955 in deutscher Übersetzung erschien, wurde es zunächst von der Staatsanwaltschaft aufgrund seiner Darstellung schwuler Sexszenen verboten. 1982 wurde Querelle von Rainer Werner Fassbinder verfilmt. In der Berliner Ausstellung werden Plakate, Fotos, Kostüme und Originaldrehbücher dieses letzten von Fassbinder vollendeten Films präsentiert. Eröffnet wird die Ausstellung "Genet. Hommage um 100. Geburtstag" von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und dem deutschen Genet-Verleger Andreas Meyer.

Die Freie Universität veranstaltet zudem vom 10. bis 12. Dezember ein Symposion zum Thema "Jean Genet und Deutschland". Dabei solle unter anderem Genets Faszination für den Faschismus, seine Rezeption in der DDR und die Zensur seiner Werke in der Bundesrepublik thematisiert werden, sagte Konferenzleiter Matthias Lorenz. So werden der österreichische Schriftsteller und Büchner-Preisträger Josef Winkler und Filmemacher Rosa von Praunheim über ihr Verhältnis zu Genet sprechen.

dapd

Kommentar hinzufügen

- Anzeige -

Meistgelesene Beiträge

Alle

auf theaterderzeit.de

Extrem unwahrscheinlich

Haslach und Finkenschlag – Die Langzeit bespielung eines Stadtteils und der nicht zu ersetzende menschliche Faktor

Theater-News

Alle

auf theaterderzeit.de

Neuerscheinungen

Cover Scène 20

Scène 20
Neue französische Theaterstücke

Print € 22,00

Alle

Bestseller

Alle

Sonderangebote

Alle

Autorinnen und Autoren des Verlags

A - Z

Bild von Kathrin Röggla

Kathrin Röggla

Bild von Friedrich Dieckmann

Friedrich Dieckmann

Bild von Dirk Baecker

Dirk Baecker

Bild von Joachim Fiebach

Joachim Fiebach

Bild von Nis-Momme Stockmann

Nis-Momme Stockmann

Bild von Falk Richter

Falk Richter

Bild von Wolfgang Engler

Wolfgang Engler

Bild von Milo Rau

Milo Rau

Bild von Hans-Thies Lehmann

Hans-Thies Lehmann

Bild von Bernd Stegemann

Bernd Stegemann

Bild von Josef Bierbichler

Josef Bierbichler

Bild von Heiner Goebbels

Heiner Goebbels

Bild von Etel Adnan

Etel Adnan

Bild von Michael Schindhelm

Michael Schindhelm

Bild von Lutz Hübner

Lutz Hübner

Bild von Sasha Marianna Salzmann

Sasha Marianna Salzmann

Bild von Ralph Hammerthaler

Ralph Hammerthaler

Bild von Gunnar Decker

Gunnar Decker