Nationaltheater Mannheim

Offener Brief des Schauspielintendanten Burkhard C. Kosminski

In einem offenen Brief wendet sich Burkhard C. Kosminski, der Intendant des Nationaltheaters Mannheim an die Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, die Kulturstaatsministerin Monika Grütters und die baden-württembergischen Landesminister für Wissenschaft und Kultur, Theresia Bauer und Andreas Stoch.

Kominski fürchtet in seinem Brief, dass die Sparmaßnahmen des Bundes „für die Kultur einen radikalen Kahlschlag bedeuten“ könnten. Er zeigt sich verzweifelt darüber, „dass Kultur heute nur über Subventionen definiert und ausschließlich ökonomisch diskutiert wird." Zugleich deutet er an, dass auch die Künstler selbst zu ihrer derzeitigen Not beigetragen haben, weshalb die Kultur insgesamt "einen Bedeutungsschwund in erschreckendem Ausmaß" erlebe.

Kosminski fordert konkret eine Umlenkung des Solidaritätszuschlags der deutschen Steuerzahler, die künftig Bildung und Kultur finanzieren sollen, diene dem Erhalt der „Vielfalt unserer Gesellschaft". Sie würde aber auch eine Verantwortungsverlagerung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden bedeuten. Bislang hielt sich der Bund weitgehend aus der Kulturfinanzierung heraus, Länder und Städte tragen die Hauptlast der Theater- und Opernsubventionierung. Angesichts der Notlage vieler Theater gilt dieses System nun als dringend reformbedürftig. Die gesamte Förderstruktur von Bund, Ländern und Gemeinden, fordert Kosminski, „muss neu diskutiert werden".

So appelliert Kominski an das Jahrestreffen der deutschen Theater- und Orchesterchefs, das am Freitag und Samstag in Mannheim stattfindet, sich für einen Soli-Zuschlag für Kultur starkzumachen. Kosminski sagt, er habe seinen Appell „in der Hoffnung auf viele Verbündete“ mit Blick auf die am 13. und 14. Juni, also am Freitag und Samstag, in Mannheim ausgerichtete Jahreshauptversammlung des Deutschen Bühnenvereins verfasst. Tatsächlich berät der Bühnenverein laut Tagungsankündigung über das „Spannungsverhältnis zwischen Ökonomie und Kunst".

Den ganzen offenen Brief finden Sie hier.

Quelle: PM Nationaltheater Mannheim

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