Ringlokschuppen Ruhr

Zentrum für freie Kulturszene steht vor Insolvenz

Der Mülheimer Ringlokschuppen, eine der wichtigsten Spiel- und Produktionsstätten für freies Theater im Ruhrgebiet, steht vor der Insolvenz.

Über 400.000 Euro müssen bis Ende Dezember aufgetrieben werden, sonst wird das Kulturhaus insolvent. Der bisherige kaufmännische Geschäftsführer Peter Krause und der Künstlerische Leiter Holger Bergmann sind bereits zurückgetreten.

Die Deckungslücke wurde dem Beirat des Ringlokschuppens (dem Politikerinnen und Politiker der Fraktionen des Stadtparlaments angehören) erst mit Verspätung in einer Krisensitzung mitgeteilt worden. Als neuer kommissarischer Leiter verhandelt der Dramaturg Matthias Frense (seit 2006 am Ringlokschuppen) aktuell mit Geldgebern aus Stadt und Land.

Aus der Pressemitteilung des Ringlokschuppen:

„Liebe Freundinnen und Freunde des Ringlokschuppen Ruhr, leider müssen wir Ihnen/Euch mitteilen, dass der Verein Kultur im Ringlokschuppen e.V. akut von Zahlungsunfähigkeit bedroht ist und kurz vor dem Aus steht. Die Stadt Mülheim an der Ruhr und die Förderinstitutionen des Landes arbeiten gemeinsam mit dem Team an einem Rettungsplan sowie an einer Neuaufstellung des Hauses.

Angefangen als Soziokulturelles Zentrum, hat sich der Ringlokschuppen in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Produktionshäuser der freien Theaterszene entwickelt. Daneben präsentiert er in der Reihe Kultur.Gut Kabarett, Konzerte und Comedy in der Mülheimer Stadthalle. Seit seiner Gründung 1995 war die Kostenstruktur des Vereins prekär. Die Aufwendungen für Gebäudemiete, Unterhalt und festes Personal übersteigen seit langem den Betriebskostenzuschuss, den die Stadt mit jährlich 555.000,- € leistet, und mussten entsprechend immer durch Projektmittel ausgeglichen werden. In den letzten Jahren konnten in erheblichem Maße Drittmittel von Stiftungen, Land NRW, Bund und EU eingeworben werden, bis zu insgesamt 1,5 Mio. € jährlich. Allerdings wurde auch in den Jahren des Mülheimer Stadtjubiläums (2008) und der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 Personal aufgebaut, das in keinem auskömmlichen Verhältnis mehr zur institutionellen Förderung steht. Aktuell hat sich eine Liquiditätslücke von insgesamt 400.000 € aufgebaut.

Der kaufmännische Geschäftsführer Peter Krause ist zurückgetreten, auch der Künstlerische Leiter Holger Bergmann macht den Weg für einen Neuanfang frei. Matthias Frense, seit 2006 Dramaturg am Ringlokschuppen und maßgeblicher Initiator des Theaterprogramms, hat sich bereit erklärt, eine Zukunftsvision und Zielstruktur für den Ringlokschuppen zu entwickeln. In enger Zusammenarbeit mit dem Kulturdezernat der Stadt und der Mülheimer Beteiligungsholding hat Herr Frense einen einschneidenden Konsolidierungskurs entworfen, um den Ringlokschuppen nach einer Übergangsphase bis 2016 auf eine solide Basis zu stellen.

Grundsätzlich sollen die Fixkosten von Personal und Miete durch den städtischen Zuschuss gedeckt werden und nur noch punktuell und in Projektmitteln abgerechnet werden. Dies bedeutet, dass der Ringlokschuppen sein festes Personal von 18 auf 10 Mitarbeiter/innen reduzieren muss. Zu unserem Bedauern müssen langjährige und teilweise Gründungsmitglieder den Ringlokschuppen verlassen, was ein schwieriger und schmerzhafter Prozess ist.

Der Ringlokschuppen ist, wie Fatzer in Bertolt Brechts gleichnamigen Stück sagt, „eine Stelle der Welt“, die es erlaubt, „drei Minuten nachzudenken“. Nachdenken über Sichtweisen, Positionen und Werte, die unser Zusammenleben verändern können. Deshalb unser Appell und Bitte an alle beteiligten Aktuere : Geben Sie dem Ringlokschuppen nach zwanzig Jahren aktiver Kulturarbeit für die Stadt Mülheim und das Ruhrgebiet die Chance für einen Neustart! Lassen Sie uns gemeinsam alles daran setzen, diesen in der Region einmaligen Kulturort für die Stadt Mülheim zu erhalten!“

Quelle: PM Ringlokschuppen/derwesten.de

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