Schauspiel Stuttgart

Stuttgarter Schauspiel zieht erneut um

Das Schauspiel Stuttgart zieht erneut um. Bis zum Ende der Spielzeit 2011/12 muss es das Schauspielhaus wegen einer weiteren Sanierungsphase erneut verlassen. Für die Spielzeit 2012/2013 wird es seine Hauptspielstätte im Probenzentrum NORD am Löwentorbogen einrichten.

Die große Probebühne der Oper Stuttgart soll als Spielstätte für ca. 400 Zuschauer ausgestattet
werden. Dort können sieben ursprünglich für das Schauspielhaus geplante Premieren
stattfinden. Eine Premiere wird ins Kammertheater verlegt, eine weitere für das Schauspielhaus
konzipierte Inszenierung wird als Koproduktion mit dem Nationaltheater Mannheim
realisiert werden und soll zunächst in Mannheim, später in Stuttgart Premiere haben. Die
Oper Stuttgart wird während dieser Zeit die große Probebühne des Schauspiels für Proben
nutzen, das Schauspiel reaktiviert die Probebühne im Gebäude des ehemaligen, derzeit
noch leer stehenden, Depots.

Diesem Vorschlag von Schauspielintendanz und Geschäftsführung der Staatstheater
Stuttgart hat der Verwaltungsrat der Staatstheater Stuttgart in seiner vorgestrigen außerordentlichen
Sitzung zugestimmt.

Bei der Durchführung der Sanierungsmaßnahmen im Schauspielhaus der Württembergischen
Staatstheater kam es zu gravierenden Mängeln bei der Planung und der Bauausführung.
Diese sollen nun nach der laufenden Spielzeit ab August 2012 behoben werden.
Zudem soll die bisher nur provisorische Bestuhlung ersetzt werden. Sämtliche Maßnahmen
sollen von August 2012 bis März 2013 abgeschlossen werden. "Der Bauzeitenplan ist in
enger Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium und der Intendanz des Schauspiels
entstanden," sagte der Ministerialdirektor im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft,
Wolfgang Leidig.

Die Gesamtbaukosten für das Schauspielhaus waren mit 24 Mio. € angesetzt. Parallel wurde
das Verbindungsgebäude für 10 Mio. € saniert. Durch den Verlauf der Baumaßnahme
stehen unabweisbare Mehrkosten von rund 5,5 Mio. € für die beiden Sanierungsabschnitte
im Raum. "Die Schuldfrage ist noch nicht abschließend geklärt. Regressforderungen stehen
im Raum. Das Land wird zunächst für die Kosten aufkommen müssen, damit die Arbeiten
zeitnah erledigt werden können." Da die Stadt Stuttgart die Hälfte der Sanierungskosten
trage, werde auch mit ihr noch über die Kosten zu verhandeln sein, erklärte Leidig. Ursache
für die Mehrkosten sind Themen wie beispielsweise Schadstoffe und Planungsfehler in der
Initialphase. Der Rechnungshof Baden-Württemberg ist eingeschaltet um den Verlauf der
Baumaßnahme zu prüfen. Die Prüfung hat bereits begonnen.

Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Staatstheater
Stuttgart, sagte, die Intendanz habe „innerhalb kürzester Zeit eine gute Lösung erarbeitet."

Der Geschäftsführende Intendant Marc-Oliver Hendriks weist auf die Kostenbelastungen hin,
die für die Staatstheater Stuttgart entstanden sind: "Die Staatstheater haben sämtliche
Kosten der Ersatzspielstätten in der Türlenstraße und danach für das Probenzentrum zu
tragen. Dazu treten Einnahmeverluste aufgrund des geringeren Platzangebotes. Insgesamt
schlägt die außerplanmäßige Mehrbelastung durch die Bauverzögerungen mit 3,5 Mio € zu
Buche. Das ist eine echte Deckungslücke." Tapfer schlägt sich Schauspielintendant Hasko Weber: "Für mich und das Ensemble gilt es nach vorne zu schauen und konstruktiv unsere letzte Spielzeit in Angriff zu nehmen."


Quelle: Stadt Stuttgart / Staatstheater Stuttgart / cgh

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