Shermin Langhoff verlässt das Ballhaus Naunynstraße

Wenn's am schönsten ist, soll man aufhören: Shermin Langhoff, die erfolgreiche Leiterin des Ballhauses Naunynstraße in Kreuzberg, wechselt zu den Wiener Festwochen. Dort wird sie ab 2014 gemeinsam mit dem derzeitigen Salzburger Festspielchef Markus Hinterhäuser das bis dahin von Luc Bondy geleitete Festival übernehmen.

Das gab der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny gestern bekannt. Der 52-jährige Hinterhäuser soll als Intendant fungieren, die 41-jährige Langhoff seine Stellvertreterin und Chefkuratorin werden.

Shermin Langhoff, die 1969 im türkischen Bursa geboren wurde und mit dem Regisseur Lukas Langhoff verheiratet ist, leitet seit 2008 das Ballhaus Naunynstraße in Kreuzberg. Sie hat ihrem Theater das Label "postmigrantisch" gegeben. Die Auseinandersetzung mit Integration findet dort nicht erst seit Sarrazin statt. "Verrücktes Blut", eine Arbeit des Regisseurs Nurkan Erpulat, ist zum Berliner Theatertreffen 2011 eingeladen worden - der Ritterschlag für jede Inszenierung und natürlich für das Theater.

Shermin Langhoffs Vertrag in Berlin läuft noch bis Ende 2012. "Bis dahin stehe ich dem Ballhaus weiter zur Verfügung", betonte die Intendantin gegenüber der Morgenpost. Gestern stellte sie sich in Wien vor. Sie freue sich darauf, die "postmigrantischen Pfade zu erweitern. In ganz Europa gibt es spannende Entwicklungen." Und bei einem renommierten Festival wie den Wiener Festwochen dürfte es auch bei der Finanzierung von Projekten weniger Schwierigkeiten geben als im finanzklammen Off-Bereich in Berlin.

Erst vor einigen Wochen war darüber spekuliert worden, ob Shermin Langhoff gemeinsam mit Jens Hillje die Nachfolge von Matthias Lilienthal am Theaterkombinat Hebbel am Ufer (HAU) antreten würde. Sie hatte das dementiert - damals liefen bereits die Gespräche mit Wien. Um die Zukunft des von ihr neu positionierten und etablierten Ballhauses Naunynstraße macht sie sich keine Sorgen. "Es gibt tolle Ideen für eine Fortschreibung unter neuer Leitung."

Aus Berliner Morgenpost (5. Mai 2011)

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