Spar- und Strukturpläne für Thüringen gelangen an die Öffentlichkeit

Thüringen arbeitet – eigentlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit – derzeit an einem neuen Strukturplan für seine Theater- und Orchesterlandschaft. Nun sind in der Thüringischen Landeszeitung erste Informationen durchgesickert:

Wie die TLZ berichtet, soll laut eines Strukturpapiers aus der Staatskanzlei das Nationaltheater Weimar ab 2017 seine Opernsparte aufgeben. Das Theater Erfurt soll zur Staatsoper aufgewertet werden und seine Operninszenierungen auch in Weimar aufführen. Mehr Spezialisierung, mehr Kooperation und ein landesweiter Austausch von Produktionen, so die Idee. Und das soll auch die Orchesterlandschaft betreffen: Die Thüringen Philharmonie Gotha soll mit dem Erfurter Orchester fusionieren, der Landeskapelle Eisenach droht allerdings eine vollständige Abwicklung. Im Gegenzug soll Eisenach einen Schwerpunkt für Kinder- und Jugendtheater erhalten. Das Theater Altenburg-Gera soll als Fünf-Sparten-Haus erhalten bleiben, allerdings 20 Stellen im Musikbereich abbauen. Ausgleich soll eine engere Zusammenarbeit mit der Jenaer Philharmonie schaffen.

Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff hat zwar bestätigt, dass zur Zeit Gespräche mit allen Beteiligten zur Zukunft der Thüringer Theater und Orchester laufen – zugleich aber die Existenz eines „konsentierten“, bereits fertigen Strukturpapiers bestritten. Strukturveränderungen und eine Theaterreform werde es auf jeden Fall geben müssen, der Abschluss der Diskussionen sei jedoch erst für Oktober vorgesehen, ein finales Konzept gebe es erst nach Erörterung mit den Intendanten sowie den Oberbürgermeistern aller betroffenen Städte.

Die Künstlergewerkschaften GDBA und VdO äußern sich mit Erstaunen und Verärgerung schon jetzt zu den Plänen: Sie verweisen auf die Koalitionsvereinbarung von Linkspartei, SPD und Grünen, in der der „Erhalt aller Thüringer Theater und Orchester in ihrer bestehenden Form, Struktur und Bandbreite an“ ausdrücklich angestrebt sei. Sie appellieren an die Staatskanzlei und den zuständigen Minister, den Dialog mit den Betroffenen zu führen, nur so könne dem bevorstehenden Widerstand der Betroffenen und der Thüringer Bürger gegen diesen erneuten Angriff auf die Thüringer Orchester- und Theaterlandschaft begegnet werden.

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