Theater Altenburg-Gera

Tanzensemble wird zum Staatsballett

Im Ringen um die künftige Theaterfinanzierung drohte dem Geraer Ballett in diesem Jahr zeitweise das Aus. Umso größer wiegt die Freude, dass das Ensemble bei einer Gala am 1. Januar nun in den Rang eines Staatsballetts erhoben wird.

„Das ist für uns eine riesige Auszeichnung, zumal es nur sehr wenige Staatsballette in Deutschland gibt“, sagte Ballettdirektorin Silvana Schröder (43) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Unser Ziel ist es jetzt, mehr Freiräume zu gewinnen, um stärker nach außen zu strahlen.“ Neben den Verpflichtungen am Theater Altenburg-Gera sollen Koproduktionen mit anderen Häusern sowie Gastspiele andernorts ins Auge gefasst werden. Die Planungen dazu stünden aber erst am Anfang.

Der Titel „Thüringer Staatsballett“ sei für sie eine große Verantwortung, erklärte Schröder. Damit stünde die Compagnie in der selben Kategorie wie Tanzensembles großer Häuser etwa in Berlin und München. „Wir nehmen diese Herausforderung wahnsinnig gern an. Wir haben hier großartige und leistungsstarke Tänzer.“

Andere Staatsballette verfügten allerdings über 60 bis 80 oder gar 100 Tänzer und hätten damit ganz andere Möglichkeiten als die Geraer Truppe mit 22 Tänzern. Große klassische Ballette wie „Schwanensee“ oder „Dornröschen“ im Original aufzuführen sei damit nicht möglich ebenso wie eine Doppelbesetzung von Rollen. „Wir haben keinen Puffer etwa bei Verletzungen.“ Der Spielraum für das Ballett sei deshalb beschränkt, zumal die Truppe am Theater Altenburg-Gera weiterhin neben den eigenen Ballettabenden auch in Musicals und Operetten mitwirkt. Schröder befürchtet daher, dass die Belastung für die Tänzer insgesamt steigen werde und gewünschte Gastspieltätigkeiten somit schwer umsetzbar sind.

Bei der ausverkauften Gala am Neujahrstag in Gera werden die Tänzer Szenen aus klassischen Stücken wie „Dornröschen“, dem „Nussknacker“ und „Schwanensee“ präsentieren, aber auch Ausschnitte aus dem laufenden Repertoire. Das Programm ist am 17. Januar noch einmal in Altenburg zu sehen. Neben dem Ballettabend „27“, in dem sich das Ensemble berühmten Musik-Idolen wie Jimi Hendrix, Kurt Cobain und Amy Winehouse widmet, die im Alter von 27 Jahren starben, ist in dieser Spielzeit eine weitere Uraufführung geplant. Mit „Schwarzer Schwan“ wolle sie Peter Tschaikowskys „Schwanensee“ aus der Sicht des schwarzen Schwans erzählen, erläuterte Schröder. Die Premiere ist für den 1. Juni geplant.

Quelle: FOCUS

Kommentar hinzufügen

Meistgelesene Beiträge

Alle

auf theaterderzeit.de

Polnisch-polnischer Kulturkampf

Kunst versus Religion? Die Gesellschaft in Polen ist tief gespalten – Künstler sehen sich immer mehr mit Mechanismen der Zensur konfrontiert

Theater-News

Alle

auf theaterderzeit.de

Neuerscheinungen

Cover Scène 20

Scène 20
Neue französische Theaterstücke

Print € 22,00

Alle

Bestseller

Alle

Sonderangebote

Alle

Autorinnen und Autoren des Verlags

A - Z

Bild von Sasha Marianna Salzmann

Sasha Marianna Salzmann

Bild von Bernd Stegemann

Bernd Stegemann

Bild von Ralph Hammerthaler

Ralph Hammerthaler

Bild von Nis-Momme Stockmann

Nis-Momme Stockmann

Bild von Joachim Fiebach

Joachim Fiebach

Bild von Milo Rau

Milo Rau

Bild von Gunnar Decker

Gunnar Decker

Bild von Josef Bierbichler

Josef Bierbichler

Bild von Falk Richter

Falk Richter

Bild von Michael Schindhelm

Michael Schindhelm

Bild von Lutz Hübner

Lutz Hübner

Bild von Etel Adnan

Etel Adnan

Bild von Kathrin Röggla

Kathrin Röggla

Bild von Wolfgang Engler

Wolfgang Engler

Bild von Hans-Thies Lehmann

Hans-Thies Lehmann

Bild von Friedrich Dieckmann

Friedrich Dieckmann

Bild von Dirk Baecker

Dirk Baecker

Bild von Heiner Goebbels

Heiner Goebbels