Theater Augsburg

Eine Million Euro Defizit / Erhöhung der Eintrittspreise

Dem Theater Augsburg fehlen in der kommenden Spielzeit eine Million Euro. Eine Erhöhung der Eintrittspreise ist beschlossen, die Umwandlung in ein Staatstheater und die Förderung durch eine Kulturabgabe der Wirtschaft angedacht.

Der Wirtschaftsplan 2012/2013 geht bereits von Mehreinnahmen in Höhe von 100.000 Euro aus. Des weiteren wird darauf spekuliert, dass der Freistaat Bayern die Förderung von derzeit 7,2 Mio. Euro um 500.000 Euro erhöht. Bestätigt ist bisher nur eine Erhöhung der Eintrittspreise um durchschnittlich 2,50 Euro pro Karte. Die höheren Preiskategorien werden prozentual teurer als die günstigen. Falls dies nicht ausreichen sollte, ist eine weitere Erhöhung angedacht. Die Kartenpreise sind seit 2006 konstant geblieben, momentan kosten Karten für die Premiere in der Oper oder im Ballett bis zu 46,50 Euro.

Steffen Rohr, kaufmännischer Direktor des Augsburger Theaters, sieht das Fortbestehen als Dreispartenhaus in Gefahr. Er kritisiert insbesondere, dass die Stadt Augsburg plant, ihren Zuschuss um ca. 500.000 Euro auf dann 13,2 Mio. Euro zu kürzen.

Der Gesamtetat des Theaters liegt bei 26 Mio. Euro, davon entfallen 18 Mio. Euro auf Personalkosten und eine weitere Million auf Gasthonorare. Grund für das hohe Defizit in der kommenden Spielzeit ist vor allem die Tariferhöhung im öffentlichen Dienst, für die 575.000 Euro anfallen. Die politische Aufarbeitung des Defizits erfolgt am Dienstag, 31. Juli. Dann tagt der zuständige Werkausschuss, der sich auch mit möglichen Einschnitten für das Theater befasst.

Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) hatte einmal die Idee thematisiert, eine Umwandlung zu einem Staatstheater anzustreben. Wegen der jetzigen Umbauten der Spielstätten und des baulichen Zustands des Hauses stimmten jedoch aus seiner Sicht gegenwärtig „die Voraussetzungen für die Qualität gar nicht“. Auch Intendantin Juliane Votteler wünscht sich ein Staatstheater: „Wir hätten Planungssicherheit und könnten hoffentlich einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen, da wir nicht mehr chronisch unterfinanziert wären“, sagte sie gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Votteler schlug außerdem einen jährlichen Kulturbeitrag der Augsburger Unternehmen vor. Dieser soll in freiwilliger Höhe geleistet werden. Ein noch zu schaffendes Gremium solle den Beitragstopf verwalten und ohne Mitspracherecht der Geber an die verschiedenen Kultureinrichtungen verteilen.

Quelle: Augsburger Algemeine

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