Theater und Philharmonie Thüringen für vier Jahre gesichert

Die Zukunft von Theater und Philharmonie in Thüringen ist für weitere vier Jahre gesichert. Der bereits im Juli 2011 ausgehandelte Vertrag über die Finanzierung der Bühne mit den Spielorten Gera und Altenburg wurde am Freitag offiziell unterzeichnet.

Thüringens Kulturminister Christoph Matschie, Geras Oberbürgermeister und Vorsitzender des TPT-Aufsichtsrates, Dr. Norbert Vornehm, der Landrat des Altenburger Landes Sieghardt Rydzewski und Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf setzten ihre Unterschrift unter den Vertrag. Er sichert die öffentlichen Zuschüsse von Thüringens einzigem Fünfspartenhaus von 2013 bis 2016.

„Mit dieser Vereinbarung bekennen wir uns zu unserem fusionierten Theater und stärken damit einen wichtigen Magneten der Region“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Vornehm. „Wir wollen, dass die Häuser in Altenburg und Gera strahlen. Unser Theater erfüllt mit seinem qualitätsvollen kulturellen Angebot nicht nur einen wichtigen Bildungsauftrag, seine Ausstrahlung für die Gesamtentwicklung der Region und damit auch als attraktiver wirtschaftlicher Standortfaktor kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Außerdem sichern wir die Arbeitsplätze der knapp 300 Mitarbeiter.“

Das Theater Altenburg-Gera war im Jahr 2010 in eine herbe Finanzkrise gerutscht und konnte nur mithilfe eines 1,8 Millionen Euro schweren Rettungspakets von Freistaat und Gesellschaftern vor der Insolvenz bewahrt werden. Durch die Vereinbarung soll ausgeschlossen werden, dass sich dies wiederholt, jedoch müssen „die begonnenen Sparanstrengungen auch in den nächsten Jahren konsequent weiter fortgesetzt, ja sogar weiter verstärkt“ werden, machte Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Vornehm deutlich. Die höheren Zuschüsse allein würden nicht ausreichen, um den Kostenzuwachs abzudecken. Das Theater wird auch deshalb sparen müssen, weil die rund 300 Mitarbeiter wieder nach Flächentarif entlohnt werden sollen. Das Land hatte dies zur Bedingung für höhere Zuschüsse gemacht. Früheren Angaben zufolge entstehen dem Theater Altenburg-Gera damit jährlich zusätzliche Kosten von etwa zwei Millionen Euro. Wie der mdr berichtet, wäre es für Kulturminister Matschie auch denkbar, dass das Theater um zu sparen von einem Fünfspartenhaus auf ein Dreispartenhaus zurecht gestutzt wird.

Die Theater & Philharmonie Thüringen GmbH erhält ab 2013 bis 2016 jährliche Zuwendungen von insgesamt 16,4 Millionen Euro. Das Land Thüringen steuert 9,7 Millionen Euro bei, 200.000 Euro mehr als in der Ende dieses Jahres auslaufenden Vereinbarung. Damit wird das Level aus den Jahren vor 2009 annähernd wieder erreicht. Die kommunalen Gesellschafter bringen für ihr Theater 6,7 Millionen Euro auf, 53.000 Euro mehr als bisher. Davon trägt die Stadt Gera knapp 32.000 Euro. Tarifsteigerungen werden vom Freistaat Thüringen ab 2014 ebenfalls zu 59 Prozent mitfinanziert.

Als besonderen Erfolg wertete der Aufsichtsratsvorsitzende, dass mit Beginn der neuen Finanzierungsperiode das Ballett künftig „Thüringer Staatsballett“ heißen werde. Es bleibt Teil des Theaters, erhält jedoch eine eigene künstlerische Leitung, die vom Land vorgeschlagen und im Einvernehmen mit dem TPT-Intendanten eingesetzt wird. Entsprechend werden die direkten Kosten des Balletts in Höhe von derzeit 1,5 Millionen Euro künftig alleine vom Freistaat getragen, das heißt: Steigerungen der direkten Kosten werden dann vollständig vom Freistaat übernommen und dürfen nicht zu Lasten der Landesförderung für die anderen Sparten führen.

Die Altenburg-Geraer Bühne - 1995 erstes fusioniertes Theater in Thüringen - verpflichtet sich, anderen Thüringer Partnern Gastspiele, insbesondere auch des Thüringer Staatsballetts, anzubieten. Gewährleistet wird zudem ein altersgerechtes Angebot für Kinder und Jugendliche sowie die theaterpädagogische Arbeit.

Quellen: PM TPT, mdr-Bericht

Kommentar hinzufügen

- Anzeige -

Meistgelesene Beiträge

Alle

auf theaterderzeit.de

Extrem unwahrscheinlich

Haslach und Finkenschlag – Die Langzeit bespielung eines Stadtteils und der nicht zu ersetzende menschliche Faktor

Theater-News

Alle

auf theaterderzeit.de

Neuerscheinungen

Cover Scène 20

Scène 20
Neue französische Theaterstücke

Print € 22,00

Alle

Bestseller

Alle

Sonderangebote

Cover Neu:Markt

Neu:Markt
Arbeitsbuch zum Theater Neumarkt Zürich

- 83%

Print € 3,00 € 18,00

Alle

Autorinnen und Autoren des Verlags

A - Z

Bild von Dirk Baecker

Dirk Baecker

Bild von Joachim Fiebach

Joachim Fiebach

Bild von Etel Adnan

Etel Adnan

Bild von Kathrin Röggla

Kathrin Röggla

Bild von Milo Rau

Milo Rau

Bild von Friedrich Dieckmann

Friedrich Dieckmann

Bild von Josef Bierbichler

Josef Bierbichler

Bild von Bernd Stegemann

Bernd Stegemann

Bild von Michael Schindhelm

Michael Schindhelm

Bild von Lutz Hübner

Lutz Hübner

Bild von Wolfgang Engler

Wolfgang Engler

Bild von Ralph Hammerthaler

Ralph Hammerthaler

Bild von Gunnar Decker

Gunnar Decker

Bild von Falk Richter

Falk Richter

Bild von Sasha Marianna Salzmann

Sasha Marianna Salzmann

Bild von Nis-Momme Stockmann

Nis-Momme Stockmann

Bild von Hans-Thies Lehmann

Hans-Thies Lehmann

Bild von Heiner Goebbels

Heiner Goebbels