Zukunft des „Kunstfest Weimar“ ungewiss

Am 27. April 2016 wird das Programm des „Kunstfests Weimar“ vorgestellt. Das „Kunstfest Weimar“ wurde 1990 als deutsch-deutsche Kulturinitiative gegründet und gehört bundesweit zu den bekanntesten Kulturfestivals.

Parallel zur Bekanntgabe des neuen Programms, soll die Einstellung der städtischen Förderung des Kunstfests ab 2019 beschlossen werden. Seit 2014 wird das „Kunstfest Weimar“ als künstlerisch eigenständige Abteilung des Deutschen Nationaltheaters Weimar geführt. Gefördert wird das Festival von der Stadt Weimar (250.000 Euro) und dem Freistaat Thüringen (650.000 Euro). Beide Zuschüsse sind aneinander gekoppelt. Die Streichung des städtischen Zuschusses würde den Wegfall der Förderung durch den Freistaat bedeuten. Das „Kunstfest Weimar“ hat sich mit zahlreichen Uraufführungen, Neuinszenierungen und internationalen Gastspielen sowie Konzerten einen Namen im internationalen Kulturbetrieb gemacht. Wird das „Kunstfest Weimar“ 2019 tatsächlich eingestellt, so würde die Stadt Weimar und der Freistaat Thüringen eine Kulturinstitution verlieren. 2019 ist auch das Jahr, indem sich zum 100. Mal die Verabschiedung der Weimarer Verfassung und die Gründung des Bauhauses Weimar jähren.

Der DNT-Generalintendant Hasko Weber zur drohenden Streichung der städtischen Zuschüsse:

"Das Kunstfest Weimar ist das wichtigste künstlerische Festival des Freistaats Thüringen und hat sich auch auf Bundesebene eine feste Position erarbeitet. Seit dem Jahr 1999, in dem Weimar Kulturhauptstadt Europas war, behauptet es sich als internationaler Treffpunkt aller Kunstgattungen und hat sich inhaltlich und ästhetisch immer wieder außerhalb des kulturellen Mainstreams positioniert.  Kooperationen und genreübergreifende Experimente zeichneten das Festival vor allem in der jüngeren Vergangenheit konzeptionell aus. Die Erfahrungen und Erfolge, wohlgemerkt auch im Hinblick auf den Einsatz der zur Verfügung stehenden Mittel, die zudem maßgeblich durch zusätzliche Mittel ergänzt werden konnten, sind beachtlich. Insofern erscheint der Vorsatz, die städtische Finanzierung ab 2019 zu streichen äußert unbegründet. Als Geschäftsführer des Kunstfestes Weimar möchte ich daher alle an der Vorbereitung der Haushaltsentscheidung beteiligten Stadträte und den Oberbürgermeister der Stadt Weimar, Herrn Wolf, bitten, ihre Pläne zu überdenken. Trotz komplizierter Haushaltslage und vieler offenen Fragen, sollte die Förderung und zukunftsfähige Entwicklung aller prägenden und richtungsweisenden Elemente der vielschichtigen Weimarer Kultur zentrales Ziel bleiben. In vielen anderen Bereichen wurden und werden in Thüringen heftige Diskussionen um die Bedeutung bestehender Kultureinrichtungen geführt.  Es herrscht allgemeiner Konsens, dass es in allen Fällen nur um den Erhalt im progressiven Sinne gehen kann. Eine Stadtratsentscheidung ohne Debatte wäre auch vor diesem Hintergrund fatal unzeitgemäß und riskant. Kultur vertritt Werte! Kunst vermittelt Werte! Dafür steht Weimar und dafür steht das Kunstfest."

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