Theatertheorie trifft Theaterpraxis

Die Internetplattform www.theatertheorie.net

„www.theatertheorie.net" liefert als "hypermediales Wissensnetz" Einblicke in verschiedene theatertheoretische Positionen und ihren Bezug zur ästhetischen Praxis: Die TheoretikerInnen Erika Fischer-Lichte, Stefan Hulfeld und Hans-Thies Lehmann reagieren auf Inszenierungen von Christoph Frick / KLARA, Lukas Bangerter / PLASMA und Barbara Weber.

Die Internetplattform ermöglicht den vernetzten Zugang zu 55 Sequenzen aus Referaten, 71 Sequenzen aus Aufführungen und 61 Sequenzen aus Diskussionen.

Sie wurde entwickelt am Institut for the Performing Arts and Film an der Hochschule für Musik und Theater Zürich (HMT Zürich) im Rahmen eines Forschungsprojektes und ist seit Januar 2008 online.Theatertheoretische Konzepte und Begriffe werden in einen direkten Bezug zu praktischen Theateraufführungen gestellt. Ausgehend von einer Reihe im Theaterhaus Gessnerallee, in der die Theoretiker Hans-Thies Lehmann, Stefan Hulfeld und Erika Fischer-Lichte auf Inszenierungen von Barbara Weber, Lukas Bangerter/Plasma und Christoph Frick/Klara reagiert haben, wurden die theoretischen Positionen mit den Inszenierungsmomenten in einen Dialog gebracht. Dieser wird in einer vielschichtigen Struktur visualisiert und abgebildet: Mit „www.theatertheorie.net" entsteht ein hypermediales Wissensnetz mit abschreitbaren Argumentationspfaden von der Theorie zur Praxis und umgekehrt.

Die chronologische Frontalkommunikation des Referats kann dadurch interaktiv aufgebrochen und individuell strukturiert werden. Das übliche Medium von theoretischen Diskursen, die Schrift, wird verlassen. Die Vermittlung der Inhalte findet sowohl auf Sprach-, Bild- und Tonebene statt, sie basiert nicht mehr ausschliesslich auf der Zeichenhaftigkeit von Schrift, sondern besinnt sich auch der performativen Qualitäten von Sprache und Bildern. Auf diese Weise wird ein ungewöhnlicher, theatraler Zugang zur Theorie eröffnet: In seiner Mündlichkeit und Körperlichkeit verbunden mit dem unmittelbaren Artikulationsraum der Bühne.

Die Web-Plattform zur innovativen Speicherung, Darstellung und Vermittlung von theatertheoretischem Wissen in seiner Relevanz für die ästhetische Praxis kann in der Lehre unterschiedlich eingesetzt werden: zur Präsentation einzelner Inhalte im traditionellen Präsenzunterricht, als e-Lehrmittel für das Selbststudium bezüglich vom Dozierenden vorgegebenen Lernzielen, oder eingebettet in ein Blended-Learning-Setting mit einzelnen, vom Dozierenden genau definierten und überprüfbaren Lernschritten.

„www.theatertheorie.net" ist entstanden mit dem Potential für inhaltliche Erweiterungen durch andere theoretische Ansätze oder für die Anwendung in anderen Fachrichtungen.

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