Power of Diversity

The Crossing Lines Project

von

Power of Diversity. The Crossing Lines Project. Foto: Jennifer Rohrbacher
Power of Diversity. The Crossing Lines Project. Foto: Jennifer Rohrbacher

Anfang 2014 entstand die Idee, schon bestehende vereinzelte Partnerschaften des Aktionstheaters PAN.OPTIKUM im internationalen Kontext zu intensivieren und über ein großes Kooperationsprojekt miteinander zu vernetzen. Dabei sollten Theaterproduktionen im öffentlichen Raum im Mittelprunkt stehen, einem Genre, dem sich das Ensemble seit seiner Gründung vor über dreißig Jahren verschrieben hat. Die Relevanz dieser Theaterform war in Deutschland lange unterschätzt und hat erst in den vergangenen Jahren stark an gesellschafts- und kulturpolitischer Bedeutung gewonnen.

Zudem hat auch der Konkurrenzdruck um Aufmerksamkeit im öffentlichen Raum stark zugenommen, denn genau hier werden wichtige gesellschaftliche Themen verhandelt, medial debattiert, aber auch instrumentalisiert. In deutschen Innenstätten ist man beispielsweise gegenwärtig mit höchst fragwürdigen Demonstrationen für ein sogenanntes christliches Abendland konfrontiert, die jene dunklen Zeiten eines vergessen geglaubten antieuropäischen Deutschlandbildes heraufbeschwören wollen. Allerdings stößt man immer wieder auf wunderbar geistreiche Antworten, die diesen zunehmend impertinenten Populismus einiges zu entgegnen haben, wie denen im Nachbargarten des rechtspopulistischen Politikers Björn Höcke. Hier werden dessen gefährliche Appelle an niedere Instinkte brillant mit einer Reminiszenz an das Berliner Holocaust-Mahnmal öffentlichkeitswirksam konterkariert. Von der erwähnten Bewegung – vor allem in ostdeutschen Städten – war allerdings zur Zeit der Projektplanung noch nichts zu ahnen. Eine neue Sichtweise, ein Perspektivwechsel, auf das eigene Schaffen, herausgefordert durch die Auseinandersetzung mit dem Empfinden und dem kulturellen Hintergrund der Partner auf das eigene Tun, erweitert immer auch die eigene Kompetenz. Aus dieser Erfahrung langjähriger internationaler Kooperationen bildete sich der Antrieb für „Power of Diversity – The Crossing Lines Project“. Dass die Chancen und Möglichkeiten, die sich aus den vielfältigen Erfahrungshintergründen und Möglichkeiten der Beteiligten ergeben, nur erlebt werden können, wenn man dazu bereit ist, auch eigene Denk- und Wahrnehmungsmuster in Frage zu stellen, impliziert nicht nur der Titel des Projekts. Es zog sich auch als künstlerische Gestaltungslinie durch das gesamte Projekt.

Dabei prägten auch die Ergebnisse der mehrjährigen Zusammenarbeit zwischen dem Kreativteam von PAN.OPTIKUM um Sigrun Fritsch und dem Rapper Robin Haefs und Rapucation aus Berlin das Gesamtkonzept. Ganz bewusst wurde Hip-Hop als Ausdrucksform gewählt, denn in vielen Projekten mit jungen Erwachsenen zeigte sich, dass mit dessen Verwendung als eine künstlerische Ausdruckssprache sowohl Teilnehmer als auch Publikum aus sehr verschiedenen Gesellschaftsschichten Interesse zeigen und Grenzen sozialer Herkunft und Bildungshintergrund kaum mehr eine Rolle spielen.

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