Shoko Nakamura und Wieslaw Dudek

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Shoko Nakamura und Wieslaw Dudek in „Caravaggio“, Choreographie Mauro Bigonzetti bei der „Malakhov & Friends“-Gala in Breslau 2012. Foto Marek Grotowski
Shoko Nakamura und Wieslaw Dudek in „Caravaggio“, Choreographie Mauro Bigonzetti bei der „Malakhov & Friends“-Gala in Breslau 2012. Foto Marek Grotowski

Shoko Nakamura und Wieslaw Dudek sind ein außergewöhnliches Tänzerpaar, deren Lebenswege sich mehrfach gekreuzt haben, bevor sie als Erste Solisten des Staatsballetts Berlin ein Paar wurden. Ich kenne Shoko Nakamura, seitdem sie als sehr junge Elevin beim Stuttgarter Ballett meine ersten Ideen zu der Rolle der Hamsatti im Probensaal tanzte und mir damit half, die Choreografie für „Die Bajadere“ zu entwickeln. Später begegneten wir uns in Wien, wo ich ihr die Möglichkeit geben wollte, ein Solo in dieser Choreografie zu tanzen. Am intensivsten war unsere Zusammenarbeit beim Staatsballett Berlin, wo sie erst als Solotänzerin und später als Erste Solotänzerin den Höhepunkt ihrer Karriere erreichte. Shoko Nakamura gibt immer hundert Prozent, selbst wenn sie müde oder erschöpft ist, man kann sich immer auf sie verlassen. Sie ist die Letzte, die den Ballettsaal verlässt, ist immer konzentriert und kritisch bei der Arbeit für ihre Leidenschaft – das Ballett. Ich erinnere mich an viele intensive Stunden im Ballettsaal und auf der Bühne mit ihr. Sie glänzte in vielen Rollen wie zum Beispiel in Patrice Barts „Schwanensee“, Mauro Bigonzettis „Caravaggio“ oder in „Schneewittchen“ von Angelin Preljocaj und William Forsythes „The Vertiginous Thrill of Exactitude“, um nur einige zu nennen. In meiner „Cinderella“-Choreografie arbeitete sie erstmals mit Wieslaw Dudek, und seitdem haben sie immer wieder zusammen getanzt – nicht nur auf der Bühne.

Wieslaw Dudek habe ich auch in Stuttgart kennengelernt, zu einer Zeit als Shoko Nakamura schon in Wien war. Als das Staatsballett Berlin gegründet wurde, habe ich ihn nach Berlin geholt. Er ist ein wunderbarer Partner für jede Ballerina auf der Bühne und im Probensaal. Mit den Jahren ist er mir ein treuer Freund geworden. Seine besonderen Qualitäten als Tänzer wurden insbesondere in seiner Interpretation der Titelrolle „Onegin“ von John Cranko sichtbar. Aber auch als Hagen in „Ring um den Ring“ von Maurice Béjart oder in „Tschaikowsky“ von Boris Eifman als mein Alter Ego zeigte er besonderen Ausdruck.

Der Autor Jan Stanislaw Witkiewicz ist ein langjähriger Begleiter und Kenner der internationalen Ballettszene. Immer wieder gelingt es ihm mit seinen Büchern, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und Sie, liebe Leserinnen und Leser, mit in die Welt der Tänzer zu nehmen. In den Gesprächen mit Shoko Nakamura und Wieslaw Dudek erhalten Sie mit diesem wunderschönen Buch intime Einblicke in das Leben von zwei international bekannten Startänzern, die ihr Leben dem Ballett verpflichtet haben und trotzdem versuchen, für ein Privat- und Familienleben Raum zu schaffen. 

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