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Krystian Lupa

geboren 1943, ist Theaterregisseur, Bühnenbildner, Grafiker, Dramatiker, Übersetzer und Theaterpädagoge. Zunächst studierte er Physik an der Jagiellonen- Universität in Krakau, bevor er 1969 ein Grafikstudium an der Akademie der Schönen Künste und 1977 ein Regiestudium an der Staatlichen Theaterhochschule (PWST) in Krakau abschloss. Danach arbeitete er am Theater in Jelenia Góra, wo er vor allem Dramen von Stanislaw Ignacy Witkiewicz inszenierte. Bei den ersten Inszenierungen eigener Texte – Das durchsichtige Zimmer [Przezroczysty pokój] (1979) und Abendessen [Kolacja] (1980) – legte er großen Wert auf die „kollektive Kreation der Schauspieler“. Seit 1980 arbeitet Lupa am Stary Teatr in Krakau, wo seine berühmtesten Produktionen entstanden, unter anderem Inszenierungen nach Thomas Bernhard, Robert Musil, Hermann Broch und Michail Bulgakow. Später führte er auch am Teatr Dramatyczny in Warschau Regie, wo er beispielsweise Auslöschung nach Thomas Bernhard aufführte. Derzeit arbeitet er häufig am Teatr Polski in Wroclaw, wo er Bernhards Stück Holzfällen (2015) inszenierte. Darüber hinaus ist er viel im Ausland tätig. Neben fremden Dramen und Prosaadaptionen bringt er auch eigene Texte auf die Bühne: Factory 2 (2008), Persona. Marilyn (2009), Persona. Simones Körper [Persona. Cialo Simone] (2010), Das Wartezimmer [Poczekalnia] (2011). Er wurde mit zahlreichen internationalen Theaterpreisen ausgezeichnet.
Persona. Marilyn ist ein Drama über den Terror des eigenen Images. Marilyn flieht vom Filmset und versteckt sich in einer Halle, in der Charlie Chaplin angeblich einst einen Film gedreht hat. Sie schläft in schmutziger Bettwäsche, trägt x-beliebige Kleidung und trinkt Whisky. Die ganze Zeit spricht sie davon, dass sie außerstande ist, den „Schmerz nach der Liebe, die es nicht gegeben hat“, zu bewältigen. Sie versucht Gruschenkas Monolog aus den Brüdern Karamasow zu rezitieren, um der eigenen existentiellen Wahrheit Ausdruck zu verleihen. Vergeblich. Sie bekommt Besuch von Männern, deren Fantasien sie verkörpert, die sie ausnutzen, als ein schönes Objekt fotografieren, die sie brauchen, um sich von ihren eigenen Komplexen zu befreien, die sie wie ein Sexobjekt behandeln. Marilyn spricht von sich in der dritten Person. Zeigen sich darin ihre analytischen Fähigkeiten oder ist dies die Folge einer Persönlichkeitsspaltung? Sie spürt, dass sie keine Person ist, sondern ein von den Medien kreiertes Bild, das den Erwartungen der Massen entspricht und allgemeine Begeisterung weckt. Sie tut alles, um dieses Image loszuwerden. Ohne Erfolg. Sie stirbt, auf dem Opferaltar verbrannt.

Stand: 2016 (Datum der letzten Veröffentlichung bei Theater der Zeit)

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