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Małgorzata Sikorska-Miszczuk

geboren 1964, ist Theater- und Drehbuchautorin. Sie studierte Journalismus und Gender Studies an der Universität Warschau sowie Drehbuch an der Filmhochschule in Lodz. Ihr erstes Stück war Psychotherapie für Hunde und Frauen [Psychoterapia dla psów i kobiet] (2004), ihr erstes aufgeführtes Drama Rad ab [Szajba] (2006), ihr erstes abgedrucktes Stück Der Tod des Eichhörnchenmenschen [Smierc czl owieka wiewiórki] (2007). Der Holocaust nimmt einen wichtigen Raum in ihrem dramatischen Schaffen ein – zum Beispiel in Der Koffer [Walizka] (2008), Der Bürgermeister I und II [Burmistrz I und II] (2010, 2011) und Bruno Schulz: Der Messias [Bruno Schulz: Mesjasz] (2011). Die jüngste Geschichte wird auch in Die verschwundene Tschechoslowakei [Zaginiona Czechoslowacja], Popieluszko (2012) – das Stück wurde mit dem Dramatikerpreis Gdynia ausgezeichnet – und in dem zusammen mit Magda Fertacz geschriebenen Stück III Furien (2011) thematisiert. Fast alle ihre Stücke sind durch das Nebeneinander von bedrückender Aktualität und schmerzhafter Vergangenheit gekennzeichnet. Zudem ist sie Autorin von Adaptionen und arbeitet als Dramaturgin mit einer Vielzahl von Regisseuren zusammen. Sikorska-Miszczuk verfasste darüber hinaus das Libretto zu Pawel Mykietyns Oper Der Zauberberg auf der Grundlage von Thomas Manns Roman (2015). Neben zahlreichen Theaterstücken schrieb sie ein Kindermusical, ein Drehbuch für einen animierten Film und verfügt über große Erfahrung als Autorin bei verschiedenen Fernsehserien. Ihre Dramen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und mehrfach im Ausland aufgeführt.
Der Tod des Eichhörnchenmenschen setzt sich aus einzelnen Episoden aus dem Leben Ulrike Meinhofs und ihrer Komplizen Gudrun Ensslin und Andreas Baader zusammen. Ereignisse aus der Geschichte der RAF: Gudrun und Ulrike geben ihre Kinder weg, Baader wird unter falschem Namen verhaftet, Ulrikes Gehirn wird gegen ihren Willen durchleuchtet, die drei werden in Stammheim inhaftiert und begehen schließlich Selbstmord – all dies wird mit einer großen Portion Ironie erzählt. Dabei wird die Rhetorik der Terroristen parodiert und ihre Charaktere überzeichnet dargestellt. Hinter der parodistischen Form tritt die Tragik der Helden zum Vorschein, während hinter ihrer Wut die Gründe für ihr Handeln durchscheinen. Eine zentrale Rolle in dieser Groteske spielt die Titelfigur des Eichhörnchenmenschen, des Vertreters der Durchschnittsgesellschaft, der ein „kollektives Opfer der RAF, Gegenstand eines Experiments“ ist. Die Terroristen kämpfen in seinem Namen, sie machen für ihn die Revolution in Deutschland – weshalb er einmal am Tag sterben muss. Der Eichhörnchenmensch bleibt dennoch ein Romantiker, der in Ulrike verliebt ist und Verständnis für ihr Tun hat. Der Terror als Antwort auf den staatlichen Terror hat etwas Verlockendes.

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