Heftpremiere

Polen und der Kampf um die Theater

, Maxim Gorki Theater

Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin

„Noch ist Polen nicht verloren“ - Diskussion zur Lage der Kultur in Polen

Mit Katarzyna Wielga-Skolimowska (Bundeszentrale für politische Bildung, ehemalige Leiterin des polnischen Kulturinstituts), Iwona Nowacka Szczecin (Übersetzerin und Kuratorin), Moderation Thomas Irmer (Theater der Zeit)

Die rechtspopulistische PiS-Regierung versucht immer wieder u.a. mit dem Druckmittel der Kulturfinanzierung die polnische Kultur nach ihren ideologischen Vorstellungen zu beeinflussen. Neubesetzung von Intendantenposten und Zensurversuche an Theaterhäusern sind keine Ausnahme. Aktuell hat das Dialog-Festival in Wrocław mit der Zurückhaltung finanzieller Mittel des Kulturministeriums zu kämpfen. Konkret mussten deswegen nun drei Inszenierungen abgesagt werden: „Der Volksfeind“ von Jan Klata, „Hymne an die Liebe“ von Marta Gornicka und „Jeden Gest“ von Wojtek Ziemilski. Als Grund für die Budget-Kürzung wird die Festival-Einladung der Inszenierung “Der Fluch” von Oliver Frljic vermutet, ein Stück, welches aufgrund der kritischen Darstellung der katholischen Kirche zu vielen, zum Teil auch gewalttätigen Proteste in Polen geführt hat.

In der Oktober-Ausgabe von Theater der Zeit gibt es einen thematischen Schwerpunkt zu diesem kulturellen Diskurs in Polen. So kommen auch Jan Klata und Marta Gornicka zu Wort, die unmittelbar von den Ereignissen betroffen sind - so auch aktuell wieder von der Absage ihrer Inszenierungen auf dem Dialog-Festival. Sie berichten über die Angriffe auf ihre kulturelle Freiheit sowie Jan Klata u.a. konkret über seine Absetzung als Intendant.

Am 7. Oktober wird Marta Gornicka ihr Chortheater-Stück „Hymne an die Liebe“, dessen Libretto in der Oktober-Ausgabe von Theater der Zeit abgedruckt ist, am Maxim Gorki Theater zeigen. Zuvor findet um 18:30 ein von TdZ-Autor Thomas Irmer geleitetes Gespräch „Noch ist Polen nicht verloren“ mit Katarzyna Wielga-Skolimowska (Bundeszentrale für politische Bildung, ehemalige Leiterin des polnischen Kulturinstituts) und Iwona Nowacka (Übersetzerung und Kulturmanagerin) statt.