Veranstaltungstipp

Günther Heeg - Brechts Idee eines transkulturellen Theaters

Vortrag anlässlich der Buchpremiere von "Das transkulturelle Theater"

, Literaturforum im Brecht-Haus, Berlin

Chausseestraße 125, 10115 Berlin

Mit Günther Heeg
Moderation: Jeanne Bindernagel

Eintritt: 5,- € / ermäßigt: 3,- €
Einlass: ab 19:00 Uhr
Keine Reservierung. Karten ausschließlich ab Zeitpunkt des Einlasses.

Brechts Theaterarbeit kreist um die Idee eines transkulturellen Theaters. Sie ist hochaktuell angesichts der gegenwärtigen Manifestationen von Fremdenfurcht und Fremdenhass, den Reaktionsbildungen der Globalisierung. Brecht hat sich der Erfahrung des Fremden gestellt. Das alltäglich Gewohnte und Vertraute aus der Perspektive des Fremden zu betrachten, sind Ziel und Haltung des V-Effekts. Es handelt sich dabei nicht um eine bloße Theatertechnik, sondern um eine grundsätzliche Erfahrung des In-der-Welt-Seins. Die Geste, der Akteur in Brechts Theater, fungiert darin als Modell einer transkulturellen Lebensform.

In Zusammenarbeit mit der International Brecht Society und dem Bertolt-Brecht-Archiv.

Das transkulturelle Theater ist an der Zeit. In einer historischen Konstellation, in der fundamentalistische Bewegungen weltweit Fremdenangst und Fremdenhass ausagieren, ist das transkulturelle Theater ein entscheidendes Medium der Hinwendung zum Fremden. Es ist das Produkt einer Forschungsperspektive, die es erlaubt, historisch und räumlich unterschiedliche Praktiken von Theater im Licht einer künftigen transkulturellen Gemeinschaft zu sehen. Der Forschungsperspektive inhärent ist ein Erkenntnisinteresse, das das Singuläre von Theater-Praktiken und Darstellungsformen wie Geste, Szene, Medium und Transmedialität, Verkleidung und Maskierung ins Auge fasst und exponiert. Günther Heeg entfaltet die Idee des transkulturellen Theaters, entwirft seinen Welt-Raum und untersucht an zahlreichen Inszenierungen und Aufführungen seine Praxis im Wechselspiel von Theatererfahrung und theoretischer Reflexion.