Über uns

Theater der Zeit gehört international zu den anerkanntesten Verlagen auf dem Gebiet von Theater, Politik und Kultur. Er veröffentlicht jährlich ca. 40 Bücher und 16 Zeitschriftenausgaben. Über das Label Hook Music produziert und vertreibt der Verlag seit 2015 auch Theatermusik.

Geschichte

Der im Sommer 1945 gegründete Verlag Bruno Henschel & Sohn (später Henschelverlag Kunst und Gesellschaft) beauftragte im Frühjahr 1946 den Journalisten Fritz Erpenbeck mit der Gründung einer Theaterzeitschrift. Im Juli 1946 erschien die erste Nummer von Theater der Zeit mit Max Reinhardt auf dem Titelblatt, der Leitartikel von Fritz Erpenbeck trug den Titel „Zeittheater oder Theater der Zeit?“

Bis März 1992 erschien die Zeitschrift monatlich, dazwischen in kurzen Phasen Anfang der 1950er und Anfang der 1960er Jahre auch halbmonatlich. Diente Theater der Zeit anfangs vor allem der Information über das Theater in der DDR und im Ausland, geriet die Zeitschrift zu Beginn der 1950er Jahre zunehmend unter den ideologischen Einfluss der Staatlichen Kommission für Kunstangelegenheiten, dem Vorläufer des Ministeriums für Kultur der DDR. Erst nach der Entstalinisierung Mitte der fünfziger Jahre öffnete sich die Zeitschrift für kritische Diskussionen, soweit die politische Kontrolle dies zuließ.

Mit der Gründung des Verbandes der Theaterschaffenden im Dezember 1966, der die Theaterszene der DDR durch Selbstkontrolle im Sinne der sozialistischen Ideologie disziplinieren sollte, ging auch die Herausgeberschaft von Theater der Zeit an den Verband über. Der Henschelverlag blieb für Personal, Druck und Vertrieb zuständig. Während so der politische Druck auf die Zeitschrift zunahm, konnten sich die Redakteure durch die Teilnahme an Kolloquien, Festivals und Auslandsreisen auch intensiver mit dem Theaterleben vernetzen. Dadurch gewann „Theater der Zeit“ eine größere Praxisnähe, was zu einem steigenden Ansehen und höheren Auflagen in den 1970er und 1980er Jahren beitrug.

Nach der politischen Wende wählte die Redaktion mit Martin Linzer einen neuen Chefredakteur. Während die Nähe zur Theaterpraxis weiter gewahrt bleiben sollte, öffnete sich die Zeitschrift langsam für die Theaterszene der alten Bundesländer. Dennoch konnte ein drastisches Absinken der Auflage nicht verhindert werden. Auch durch Personalabbau, Preiserhöhung und neues Layout konnten die weggefallenen Subventionen des Kulturministeriums der DDR nicht ausgeglichen werden. Mit dem Märzheft 1992 musste der Henschelverlag die Zeitschrift einstellen.

Im Mai 1992 gründeten einige ehemalige Mitarbeiter die Interessengemeinschaft Theater der Zeit e. V., die im Mai 1993 die erste Ausgabe von „Theater der Zeit. Die Zeitschrift für Theater und Politik“ unter der redaktionellen Leitung von Martin Linzer herausbrachte. Das völlig neu konzipierte Heft erschien anfangs zweimonatlich, seit Anfang 2000 erscheint es wieder monatlich. Zum Beirat der Zeitschrift gehören heute Künstler und Wissenschaftler wie Friedrich DieckmannErika Fischer-Lichte und Heiner Goebbels. Die Redaktionsleitung hatten von 2007 bis 2014 Harald Müller und Frank M. Raddatz inne; seit August 2014 Harald Müller.

Gegenwart

Theater der Zeit zählt heute zu den wichtigsten Medien der Branche. Neben den regulären Ausgaben erscheinen auch Sonderveröffentlichungen, wie eine Ausgabe, die sich im Juli 2008 für den Erhalt der Berliner Staatsoper nach dem Entwurf von Richard Paulick einsetzte. Einen redaktionellen Schwerpunkt bildet das internationale Theater. Mit jedem Septemberheft veröffentlicht der Verlag ein zweisprachiges Sonderheft mit einem Länderporträt. Bisher erschienen Hefte zum Theater in Mexiko (2015), Finnland (2014), Niederlande und Flandern (2013), London (2012), Iran (2011), Kuba (2010), Südafrika (2009), Chile (2008), Kanada (2007), Japan (2006), Frankreich (2005), Mexiko (2004), Italien (2003), Baltikum (2002), Holland und Flandern (2001), Polen (2000) und Russland (1999).

Buchverlag

Seit 1996 erscheinen im gleichnamigen Verlag Theater der Zeit auch Bücher zu theaternahen Themen. Die erste Publikation war das Arbeitsbuch „Kalkfell“ anlässlich des Todes von Heiner Müller. Seitdem erscheint das „Arbeitsbuch“ jährlich als Doppelausgabe in den Monaten Juli/August als Teil des Jahresabonnements der Zeitschrift. Darüber hinaus sind ca. 200 Titel im Buchverlag lieferbar bei jährlich etwa 40 Neuerscheinungen. Es bestehen verschiedene Buchreihen, die sich z. B. Personenporträts, Theaterausbildung, Theaterstücken, wissenschaftlicher Forschung und Architektur widmen.

Autorinnen und Autoren des Verlags

A - Z

Bild von Falk Richter

Falk Richter

Bild von Nis-Momme Stockmann

Nis-Momme Stockmann

Bild von Dirk Baecker

Dirk Baecker

Bild von Ralph Hammerthaler

Ralph Hammerthaler

Bild von Milo Rau

Milo Rau

Bild von Lutz Hübner

Lutz Hübner

Bild von Michael Schindhelm

Michael Schindhelm

Bild von Heiner Goebbels

Heiner Goebbels

Bild von Gunnar Decker

Gunnar Decker

Bild von Hans-Thies Lehmann

Hans-Thies Lehmann

Bild von Josef Bierbichler

Josef Bierbichler

Bild von Wolfgang Engler

Wolfgang Engler

Bild von Friedrich Dieckmann

Friedrich Dieckmann

Bild von Joachim Fiebach

Joachim Fiebach

Bild von Etel Adnan

Etel Adnan

Bild von Kathrin Röggla

Kathrin Röggla

Bild von Sasha Marianna Salzmann

Sasha Marianna Salzmann

Bild von Bernd Stegemann

Bernd Stegemann