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Grüße aus Klaustrophobien

Der diesjährige Marstallplan kooperiert mit der „Welt/Bühne“ und zeigt fünf Uraufführungen von Autoren aus fünf Kontinenten

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Bakunin ist eine stoisch anmutende Kampfmaschine, die eine Ex-IBM-Mitarbeiterin mit dem anarchistischen Gedankengut seines Namensvetters, aber auch mit dem einiger Serienmörder gefüttert hat. Deshalb gerät in der Sauna, in der eigentlich die kapitalistische Stirn der IBM-Generaldirektorin für Lateinamerika gebrandmarkt werden soll, bald einiges durcheinander. „Bakunin“ ist das witzigste Stück beim diesjährigen Regienachwuchs-Festival Marstallplan des Münchner Residenztheaters. Wie René Dumont und Arnulf Schumacher das alternde Fleisch der vom Uruguayer Theater-Allrounder Santiago Sanguinetti ersonnenen Anarcho-Gruftis und Ex-IBMler Margarita und Rosa zu Markte tragen und ihre einstigen Spontiabzeichen in den unter grotesken Hängebrüsten gut versteckten Speckfalten suchen („Einen Scheißdreck findet man hier!“), ist ein schräger Spaß – bis sich Stefan Schweigerts beherzte Inszenierung im Trash verläuft.

Die Geister, die ich rief, haben einiges zu sagen – „Auf ewig unser Gestern“ von Maria Milisavljević. Foto Konrad Fersterer
Die Geister, die ich rief, haben einiges zu sagen – „Auf ewig unser Gestern“ von Maria Milisavljević. Foto Konrad Fersterer

Das traditionelle Marstallplan-Festival des Residenztheaters wurde in diesem Jahr zur „Welt/Bühne – Plattform für internationale Dramatik“, die bereits in der Spielzeit 2016/17 gestartet war und in den ersten vier Ausgaben in Zusammenarbeit von Residenztheater und Goethe-Institut szenische Lesungen außereuropäischer Dramatik präsentierte (siehe auch TdZ 12/2017). In dieser Spielzeit folgte (unter Beteiligung der Theaterwissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie der Bayerischen Theaterakademie August Everding) eine Schreibwerkstatt, bei der fünf Autoren aus fünf Kontinenten fast ein Jahr lang betreut an Kurzstücken schreiben konnten. Dieses „chemische Experiment“, wie es Resi-Chefdramaturg Sebastian Huber nennt, kreiste inhaltlich um den Nukleus der Katastrophe, die in einer Welt der verschlossenen Türen permanent droht.

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