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Protagonisten

Massenpanik

Für einen, der im Hässlichen die Schönheit erkennt – Zum 80. Geburtstag von Herbert Achternbusch

von

Meine erste Begegnung mit Herbert Achternbusch hatte ich ganz klassisch durch die Münchner Kammerspiele. Die Inszenierungen seiner Stücke waren immer ausverkauft. Ich erinnere mich, dass bei meinen Münchner Freunden der Name Achternbusch oft fiel, und immer wenn ich fragte, über wen sie sprachen, brach eine halbe Massenpanik aus, wie ich IHN nicht kennen könne, IHN aber doch sicher schon mal auf der Straße gesehen hätte. Mit meinen 21 Jahren hatte ich überhaupt keine Ahnung. Ich war eine Zugezogene aus dem Rheinland, die damals zu Hause nur niederländisches Fernsehen geguckt hatte. Achternbusch klang für mich im ersten Moment auch sehr niederländisch … Also bestellte ich mir all seine Texte, besuchte die Inszenierungen, die zu der Zeit liefen, suchte seine Filme zusammen, und ich begann, mich zu verlieben. In die Stadt München, die bayerische Mentalität und diesen grantigen alten Mann, der in Bayern nicht einmal gestorben sein möchte.

Herbert Achternbusch. Foto: Susanne Baertele
Herbert Achternbusch. Foto: Susanne Baertele

Ich war – und bin es heute noch – fasziniert von Herbert Achternbuschs Erzähltechniken, seinem anarchischen Umgang mit Figuren und Texten. In meiner Münchner Zeit hatte ich mir oft vorgenommen, ein Achternbusch-Stück für meine erste Regiearbeit zu inszenieren. Allerdings war meine erste Inszenierung nicht in München, sondern am Schauspiel Köln, wo ich die Idee schnell wieder verwarf. Als dann das Angebot kam, am Münchner Volkstheater meine erste Regiearbeit in München zu realisieren, tauchte plötzlich dieser Diamant auf: „Dogtown Munich“. Ein Text, welcher länger in Achternbuschs Schublade lag, bevor er veröffentlicht wurde. Das Stück spielt mit Begegnungen am Münchner Marienplatz, einer herabsteigenden Maria und erzählt von einer vergessenen Stadt namens Argos, die mehr mit dem Autor zu tun hat, als ihm lieb ist.

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